Autoteilen (Car-Sharing)
... Einlage für Mitglieder sinkt auf 300 Euro (BZ, 12. Juni 1999)
Bleibelastung auf Kasernengelände
... Umweltbüro kontrolliert (BZ, 14. Mai 1999)
Förderverein Jüdisches Gemeindehaus
... Förderverein kauft Gemeindehaus (BZ, 20. Juli 2000) 
... Kostbarer Schatz aller Breisacher (BZ, 12. November 1999)
... Ein Haus der jüdischen Geschichte (BZ, 27. Oktober 1999)
Gehrgelände
... Anwohnerprotest (BZ, 6. Dezember 1999)
Hochwasserrückhaltung
... Ängste der Bürger bleiben bestehen (BZ, 11. Oktober 2000) 
... Der Rhein soll wieder Platz bekommen für seine Hochwasserfluten (BZ, 20. Juli 2000) 
... Isar dient als Vorbild für den Rhein (BZ, 27. Juli 1999)
Öffentlicher Nahverkehr
... Morgens fährt ein zusätzlicher Bus (BZ, 3. Dezember 1999)
Ökostromtarif der Energieversorgung Oberbaden (EVO)
... EVO lichtet den Tarifdschungel (BZ, 21. Mai 1999)
... Stadtwerke haben Zukunft (BZ, 14. Mai 1999)
Rheinuferstraße
... ULB will die Rheinuferstraße für den Verkehr sperren (BZ, 6. Oktober 1999)
... Viel Lob, aber auch Kritik (BZ, 3. September 1999)
... Rheinuferfest jetzt auf dem Bolzplatz (BZ, 4. August 1999)
... Vorfahrt für Fußgänger (BZ, 18. Juni 1999)
... Rheinuferpromenade mit Schwellen (BZ, 19. Mai 1999)
... Suche nach Rheingold (BZ, 13. April 1999)
... Wird Rheinuferstraße bald autofrei? (BZ, 13. März 1999)
Salzbelastung des Trinkwassers - Korrosionsgefahr für Rohrleitungen
Badische Zeitung, Aus der Region
Verein kauft ehemaliges jüdisches Gemeindehaus in Breisach / Dokumentationszentrum geplant Renovierung statt Abriss Von unserem Mitarbeiter Thomas Rhenisch BREISACH. Der „Förderverein Ehemaliges Jüdisches Gemeindehaus“ in Breisach hat ein erstes, wichtiges Etappenziel erreicht. Am Mittwoch wurde der Kaufvertrag für das Gebäude in der Rheintorstraße, das bis 1933 der israelitischen Gemeinde als Heimstätte diente und das vor knapp zwei Jahren bereits kurz vor dem Abriss stand, unterzeichnet.
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(siehe dazu auch die Analysewerte der letzten 10 Jahre)
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Badische Zeitung, Ausgabe Westlicher Kaiserstuhl Ein neu gegründeter Förderverein will ehemaliges jüdisches Gemeindehaus
kaufen und ein Dokumentationszentrum einrichten Kostbarer Schatz aller Breisacher BREISACH (gz).
Im ehemaligen Jüdischen Gemeindehaus in der Rheintorstraße könnte
bis in wenigen Jahren ein Dokumentationszentrum mit Bibliothek sowie eine Begegnungstätte
entstehen. Voraussetzung dafür ist, dass der Förderverein Jüdisches Gemeindehaus
Breisach, der am Mittwochabend offiziell im Stadtmuseum gegründet wurde, die nötigen
finanziellen Mittel aufbringen kann.
Nach der Gedenkfeier auf dem Synagogenplatz
(siehe weiteren Bericht auf dieser Seite) fanden sich im
Stadtmuseum rund 50 Bürgerinnen und Bürger ein, um den neuen Verein ins Leben zu rufen.
Zur Vorsitztenden wurde Christiane Walesch-Schneller gewählt, ihr steht als Stellvertreter
Martin Bier zur Seite, der sich seit längerem mit der Geschichte der jüdischen Gemeinde
in Breisach beschäftigt. Dem Vorstand gehören außerdem Ingeborg Lang als
Schriftführerin sowie die Beisitzer Heidelore Goldammer und Gerd Müller an. Kassenprüfer
sind Dr. Jacob Loewe und Markus Eschbach. Kraft seines Amtes wirkt auch Uwe Fahrer,
Kulturbeauftragter der Stadt Breisach, im Vorstandsgremium mit. Im Beirat des Fördervereins
werden neben namhaften Wissenschaftlern voraussichtlich Altbürgermeister Fritz Schanno,
der frühere stellvertretende Bürgermeister Rudolf Schilling sowie Emil Göggel,
Direktor des Martin-Schongauer-Gymnasiums, mitarbeiten. Auch Überlebende des Holocaust,
die eine Verbindung zu Breisach haben, sollen eingeladen werden, den Förderverein bei
seiner Arbeit zu unterstützen.
Vor der offiziellen Gründung des neuen Vereins wies Martin Bier darauf hin, dass es bereits
in der Vergangenheit in der Münsterstadt einige bemerkenswerte Aktionen gegeben hat, um die
Geschichte der jüdischen Gemeinde Breisachs zu erforschen und an die Gräueltaten der
Nationalsozialisten zu erinnern. Unter anderem erwähnte er eine Ausstellung im
Martin-Schongauer-Gymnasium, die Veröffentlichung eines Buches von David Hans Blum über
die jüdische Geschichte Breisachs sowie die würdige Neugestaltung des Synagogenplatzes
im letzten Jahr.
Die Gründung des Fördervereins Jüdisches Gemeindehaus 'ist nun ein neuer,
bemerkenswerter Schritt für Breisach, sich seiner Vergangenheit anzunehmen, sich
mit der Gegenwart auseinanderzusetzen und einen Blick in die Zukunft zu werfen', betonte er.
Bier verschwieg aber auch nicht, welch unmenschliche Leiden die jüdischen Bürger
Breisachs vor gut 60 Jahren über sich ergehen lassen mussten. Viele wurden geschlagen,
gefoltert und schließlich in Konzentrationslagern ermordet. Beim Sturm auf die Breisacher
Synagoge waren auch Männer aus Breisach dabei - und nicht wenige Bürger, die
tatenlos zugesehen haben.
Die Vorsitzende des Fördervereins umriss die Ziele der Gruppe und wies darauf hin, dass
die Zeit dränge. Denn der jetzige Besitzer des ehemaligen jüdischen Gemeindehauses
habe eine Frist gesetzt, bis zu der der noch auszuhandelnde Kaufpreis bezahlt werden sollte.
Dies bedeute, dass der Verein bis in wenigen Monaten zwischen 200 000 und 300 000 Mark besitzen
müsse. Obwohl sie guten Mutes ist, dieses hochgesteckte Ziel zu erreichen, warb sie um
breite Unterstützung aus der Bevölkerung: 'Wenn jeder etwas gibt, muss jeder weniger
geben.'
Die Vorsitzende wünschte allen Vereinsmitgliedern 'viel Neugier, einen langen Atem, offene
Herzen und Ohren sowie Kraft bei Gegenwind'. Die Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der
Geschichte stelle für Breisach und seine Einwohner eine große Chance dar. Sie
kündigte an, möglichst viele Breisacher in das Projekt mit einzubinden.
Robert Krais vom deutsch-israelischen Arbeitskreis Südlicher Oberrhein warb um
Unterstützung für den jungen Verein. Günter Boll, der sich seit 20 Jahren
mit der Geschichte Breisachs geschäftigt, bezeichnete die jüdische Gemeinde als
'kostbaren Schatz aller Breisacher'. Dr. Johann Peter Loewe aus Breisach warnte vor
überzogenen Erwartungen und vor einem 'Zuviel an Mahnen'. Sonst könnte in einer
Kleinstadt wie Breisach bei vielen Bürgern unterschwellig Unmut entstehen. Kreisrat
Reiner Zimmermann kündigte an, im Kultur- und Schulausschuss des Landkreises einen
Zuschuss für die kulturelle Arbeit des neuen Veriens zu beantragen. Bürgermeister
Alfred Vonarb teilte mit, dass der Verwaltungs- und Sozialausschuss die Vereinsgründung
begrüßt und den Beitritt der Stadt beschlossen habe.
Zum Schluss der Versammlung dankte Heidelore Goldammer der Vorsitzenden für ihre immense
Vorarbeit und überreichte ihr für die geplante jüdische Bibliothek Gedichte
von Else Dormitzer, die diese während ihrer Zeit im Konzentrationslager Theresienstadt
in den Jahren 1943 bis 1945 geschrieben hat und von denen es nur wenige Exemplare gibt.
Viele jüdische Bürger wurden aus Breisach vertrieben / Gedenkfeier auf dem
Synagogenplatz Lang war die Liste der Verfolgten
BREISACH (cm). Rund 100 Menschen versammelten sich am Mittwochabend bei widrigem Wetter auf dem Synagogenplatz
in Breisach, um der vor 61 [59, Anmerkung der Umweltliste]
Jahren deportierten jüdischen Bürger und der Zerstörung der Synagoge zu gedenken.
Alt-Bügermeister Fritz Schanno verlas - soweit noch bekannt - die Namen der Vertriebenen
und Verfolgten. Der Rabbiner Natanel Wurmser aus Fürth entzündete am Gedenkstein
ein Licht, sang und sprach jüdische Gebete und redete über die Schrecken des Holocaust.
Lang war die Liste der Namen, die Breisachs Alt-Bürgermeister Schanno wortrug. Levy und
Uffenheimer, Namen, die heute in Breisach an keiner Haustür mehr stehen. Wer nicht schon
vor dem 10. November 1938 geflüchtet oder gestorben war, wurde an diesem Tag aus seinem
Haus und seiner Heimatstadt vertrieben [ Am 22. Oktober 1940 wurden die verblieben Juden nach
Gurs in Südfrankreich deportiert. Anmerkung der Umweltliste]. Höchstens drei
Stunden Zeit blieb den verfolgten Bürgern in Südbaden damals, um das Nötigste
zu packen.
Dann ging es nach Gurs, ein Lager in den Pyrenäen. In Breisach waren es rund 90 jüdische
Bürger, die bis zu diesem Tag in ihrer Heimatstadt beglieben waren. Vollständig ist die
Liste, die Schanno verlas nicht: In Breisach wurden nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs die
Unterlagen über die jüdische Gemeinde verbrannt.
Einer der jüdischen Bürger Breisachs war Salomon Wurmser. Er kam in Auschwitz ums
Leben. Sein Enkel Natanel Wurmser, Rabbiner in Fürth, versuchte zu erklären, wieso
viele Breisacher Juden bis zu ihrer Deportation in ihrer Heimatstadt blieben: 'Es waren so gute
Mitbürger'. Am Gedenkstein auf dem Synagogenplatz zündete Wurmser ein Licht an, in
seiner Ansprache erinnerte er an Abraham, der der Überlieferung zufolge unbeschadet durchs
Feuer ging. Ein Schicksal, das für die Millionen Juden, die durchs Feuer des Holocausts -
das griechische Wort für Massenverbrennung - gingen, mit dem Tod endete - und vielerorts,
auch in Breisach, die Auslöschung jüdischer Gemeinden zur Folge hatte. 'Noch in
1000 Jahren wird man sich an die Gräuel erinnern', sagte der Rabbiner in Anspielung auf das
'tausendjährige Reich', das die Nationalsozialisten errichten wollten.
Die Lichter, die die jüdischen Bürger Breisachs einst entzündeten, sind erloschen.
Umso mehr freue es ihn aber, sagte Wurmser, dass in Breisach ein Funke am Leben geblieben sei und
sich eine Gruppe nichtjüdischer Bürger des Erinnerns annimmt - im Gegensatz zu vielen
Gemeinden, die nicht unglücklich darüber seien, dass sich das Problem des Gedächtnis
an die früheren jüdischen Bürger 'von alleine entsorgt'.
Mit den Worten aus dem Talmud, den religiösen Überlieferungen des Judentums, gedachte
Wurmser der Vertriebenen und Toten.
Die Gründung des Fördervereins Jüdisches Gemeindehaus Breisach stellt für die
Münsterstadt und ihre Einwohner eine nicht zu unterschätzende Chance dar. Gelingt es
wirklich, das marode Gebäude mittelfristig in eine lebendige Begegnungsstätte mit
Dokumentationszentrum umzuwandeln, wäre hier Vorbildliches - auch über die Grenzen
Breisachs hinaus - geleistet. Jugendliche könnten in diesem geschichtsträchtigen Haus
Überlebende des Holocaust treffen und sprechen und dabei prägende persönliche
Erfahrungen gewinnen. Das Gebäude könnte mehr von der einst sehr bedeutenden
jüdischen Gemeinde Breisachs vermitteln als tausend Schulstunden.
Doch nicht nur die junge Generation könnte von dem Vorhaben profitieren. Den einst so
schamlos vertriebenen jüdischen Bürgern und ihren Nachkommen würde durch das
Projekt das schwierige Wiedersehen mit ihrer Heimat erleichtert. Und nicht zuletzt könnte
das ehemalige jüdische Gemeindehaus für alle diejenigen ein Ort der Auseinandersetzung,
der Zuflucht und des Wissens werden, die mit der Last ihrer Geschichte alleine nur schwer
umgehen können. Gerold Zink
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Badische Zeitung, Ausgabe Westlicher Kaiserstuhl Initiative möchte in Breisach ein Dokumentationszentrum einrichten Konferenz mit Überlebenden des Holocaust geplant Ein Haus der jüdischen Geschichte BREISACH (cm). Vor nicht einmal 60 Jahren gab es in Breisach noch eine große jüdische Gemeinde. Heute lebt kein einziger Jude von damals mehr in der Europastadt: Die jüdische Gemeinde Breisachs wurde im Dritten Reich ausradiert. Mit der Einweihung des Synagogenplatzes im vergangenen Jahr wurde ein erster Schritt getan, das Schicksal der ehemaligen Breisacher Bürger vor dem Vergessen zu bewahren. Jetzt plant eine Initiative die Gründung eines Fördervereins, mit dem Ziel, im ehemaligen jüdischen Gemeindehaus in der Rheintorstraße eine Gedenkstätte einzurichten. Heute erinnert dort kaum noch etwas an die Vorgeschichte des Hauses. Das Gebäude ist in sehr schlechtem Zustand. Seit dem Tod der Besitzerin, der einzigen Jüdin, die mit ihrer Familie in Breisach überlebt hat, stand das Haus die meiste Zeit über leer.
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Badische Zeitung, Ausgabe Westlicher Kaiserstuhl
Investor plant Wohnhäuser auf ehemaligem Gelände Gehr Anwohnerprotest BREISACH (trh). Bei den Anwohnern der Richard-Müller-Straße und der Rempartstraße im Bereich des ehemaligen Grundstücks Gehr regt sich Protest gegen die geplante Bebauung des seit längerem ungenutzten, 3700 m² großen Areals. Eine entsprechende Bauvoranfrage für mehrere Wohnhäuser wurde bereits im Oktober im Bauausschuss des Gemeinderats beraten. Ein Beschluss wurde damals jedoch nicht gefällt. Nun richten sich die Anwohner durchaus nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung des Geländes. Wogegen sie sich wenden, ist in erster Linie der vorliegende Planentwurf der Baugesellschaft, die das Grundstück vor einiger Zeit erworben hat.
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Badische Zeitung, Ausgabe Westlicher Kaiserstuhl Zum 1. Juni: Niedrigerer Strompreis, neues Tarifmodell und Ökostromtarif Breisacher EVU übernimmt Vorreiterrolle im Land EVO lichtet den Tarifdschungel BREISACH (apt). Unverständliche Stromrechnungen die Kunden der Energieversorgung Oberbaden GmbH (EVO) müssen sich darüber nicht mehr den Kopf zerbrechen. Zum 1. Juni senkt die EVO nicht nur den Strompreis im Schnitt um elf Prozent, sondern führt als erster Energieversorger in Baden-Württemberg auch einfach verständliches Tarifsystem ein, das nur noch zwischen Einfachund Spartarif unterscheidet. Zudem bietet die EVO in Zusammenarbeit mit der Freiburger FEW ihren Kunden einen Ökostrom-Tarif, den sogenannten Regiostrom an. Hintergrund der Strompreissenkung sind die günstigen Einkaufspreise, die die EVO gemeinsam mit der FEW erreicht hatte. Am meisten profitieren die Gewerbebetriebe, für sie senkt sich der Strompreis um 28 Prozent, für Landwirtschaft und Haushalte reduzieren sich die Kosten um acht, beziehungsweise fünf Prozent.
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Badische Zeitung, Ausgabe Westlicher Kaiserstuhl Wenn der Gemeinderat zustimmt, sollen die Busverbindungen in der Stadt verbessert werden / Verbindung zum Kohlerhofgebiet Morgens fährt ein zusätzlicher Bus BREISACH (ue). In der Münsterstadt soll der öffentliche Busverkehr zum 1. Januar weiter verbessert werden. So ist geplant, die Linie 31 (Tuniberg-Express), welche die Stadtteile Niederund Oberrimsingen sowie Gündlingen und Hochstetten mit Breisach verbindet, um einen Zusatzbus in den Morgenstunden zu erweitern. Außerdem soll der Stadtbusverkehr optimiert werden.
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Badische Zeitung, Ausgabe Westlicher Kaiserstuhl
Thüga-Chef Nagel ist überzeugt, daß kleine Energieversorger im freien Markt eine Chance haben Stadtwerke haben Zukunft Von unserer Redakteurin Dagmar Dehmer MÜNCHEN. Um die Zukunft der Stadtwerke ist Dieter Nagel nicht bange. Im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen aus dem Energiegeschäft geht der Chef der Thüga AG davon aus, daß es an den Stadtwerken selbst liegt, ob sie im liberalisierten Markt überleben. Die Chancen stünden trotz starker Konkurrenz nicht schlecht.
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Badische Zeitung, Ausgabe Westlicher Kaiserstuhl Info-Hock wird nur von wenigen Bürgern als Informationsmöglichkeit genutzt Stadtrat Weiser nimmt Vonarb in die Pflicht ULB will die Rheinuferstraße für den Verkehr sperren BREISACH (cm). Einmal mehr bekräftigte die Umweltliste Breisach ihre Forderung nach einer Totalsperrung der Rheinuferpromenade. Wie das aussehen könnte, stellte die Umweltliste Breisach bei ihrem Info-Hock am Sonntag den Bürgern vor. Die kamen allerdings in nicht allzu großer Zahl während die einen das nasskalte Schmuddelwetter dafür verantwortlich machten, führten andere dies darauf zurück, dass das Interesse der Breisacher für dieses Thema doch nicht so groß wie erwartet sei. Tiefbauamtsleiter Horst Wolf bleibt bei seiner Ansicht, dass es sich bei dem Hock nicht um eine Wahlkampfveranstaltung handelt.
Zu diesem Bericht einige Bemerkungen der ULB:
Breisach, den 12.10.1999, Gerd Müller (Vors. der ULB)
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Badische Zeitung, Ausgabe Westlicher Kaiserstuhl Gestern hat die Befragung der Bürger und Gäste zu Breisachs Stärken und Schwächen begonnen Viel Lob, aber auch Kritik BREISACH (cm). Über Breisach scheinen Einwohner und Touristen geteilter Meinung zu sein: Während die Breisacher an ihrem Heimatort auch einiges auszusetzen haben, geben sich die Feriengäste meist hellauf begeistert. Zumindest sind das die ersten Eindrücke von der Bürgerbefragung für die von der Stadt in Auftrag gegebene Stadtmarketing-Studie, für die gestern fünf Interviewer in Breisach unterwegs waren. Positiv hoben die Touristen unter anderem die Landschaft, die Gastfreundlichkeit und die Sauberkeit der Europastadt hervor. Das Breisacher Wahrzeichen, das St. Stephansmünster, wurde von fast allen Befragten gelobt. Und auch die Rheinpromenade scheint sehr beliebt.
[Hervorhebung durch die Umweltliste Breisach] Den Anwohnern gefällt an Breisach besonders das Wetter und die Lage im Dreiländereck.
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Badische Zeitung, Ausgabe Westlicher Kaiserstuhl
Neuer Antrag der ULB Rheinuferfest jetzt auf dem Bolzplatz BREISACH (apt). Nachdem die Stadtverwaltung den Antrag der Umweltliste Breisach (ULB) auf ein Straßenfest auf der Rheinuferstraße abgelehnt hat (wir berichteten), versucht die ULB jetzt einen weiteren Anlauf mit gleich zwei Anträgen. Zum einen wird beantragt, die Rheinuferstraße im Herbst mehrere Wochen zu sperren, zum anderen will die ULB am Sonntag, 26. September, ein Rheinuferfest auf dem Bolzplatzgelände feiern.
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Badische Zeitung, Ausgabe Westlicher Kaiserstuhl
Die Breisacher Umweltliste will die Rheinuferstraße für den Verkehr sperren lassen Vorfahrt für Fußgänger? BREISACH (mir). Soll die Breisacher Rheinuferstraße weiter dem Autoverkehr zur Verfügung stehen oder soll sie in eine Fußgängerpromenade umgewandelt werden? Zu dieser Frage veranstaltete die Umweltliste Breisach (ULB) in der Spitalkirche der Münsterstadt ein Bürgerforum.
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Badische Zeitung, Ausgabe Westlicher Kaiserstuhl
Im Juni soll die neue Brücke über die Möhlin fertig werden Vorerst kein Verkehrskonzept Rheinuferpromenade mit Schwellen BREISACH (cm). Wenn nichts mehr Unvorhergesehenes passiert, wird Mitte Juni die neue Straßenbrücke über die Möhlin fertig sein. In den vergangenen Wochen ist bereits viel über die Auswirkungen des Brückenbaus auf den Verkehr auf der Rheinuferpromenade diskutiert worden. Tiefbauamtsleiter Horst Wolf legte in der jüngsten Bürgerversammlung drei Vorschläge für die Verkehrsführung vor: So könnte die Straße komplett gesperrt, als Einbahnstraße stadtauswärts ausgeschildert oder in beide Richtungen für Autos offen gelassen werden.
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Badische Zeitung, Ausgabe Westlicher Kaiserstuhl
Umweltliste Breisach spricht sich gegen das Verkehrskonzept der FDP zur Rheinuferstraße aus Suche nach Rheingold BREISACH (gz). Die Breisacher Umweltliste hat in einer Presseerklärung den Vorschlag der FDP, die Rheinuferstraße in eine Einbahnstraße umzugestalten, als echten Schildbürgerstreich bezeichnet. Statt die Autos über die Rheinuferstraße aus der Stadt hinauszuführen, sollte die Rheinpromenade eher ganz von dem Verkehr befreit werden, fordert die ULB. Die Rheinuferpromenade ist einer der Hauptanziehungspunkte in Breisach, betont die Umweltliste. Nicht nur für die Touristen, sondern vor allem auch für die Breisacher selbst. Jede Verkehrsführung, die diesen Bereich berührt, geht in den Augen der Umweltliste alle Bürger an und sollte daher vor einer Entscheidung im Gemeinderat möglichst breit und öffentlich diskutiert werden.
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Badische Zeitung, Ausgabe Westlicher Kaiserstuhl
Umweltliste Breisach fordert Sperrung der Uferpromenade für den Verkehr Gerd Müller zum neuen Vorsitzenden gewählt Wird Rheinuferstraße bald autofrei? BREISACH (ue). Für die schrittweise Sperrung der Rheinuferstraße für den Verkehr will die Breisacher Umweltliste (ULB) kämpfen. Im Rahmen der diesjährigen Jahresversammlung einigten sich die Mitglieder darauf, eine öffentliche Veranstaltung zu diesem brisanten Thema zu organisieren. Mit der neuen, bald fertiggestellten Möhlinbrücke sieht die ULB nämlich keine Notwendigkeit mehr, die Uferpromenade am Rhein weiterhin den Blechkarawanen zu überlassen.
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Umweltliste organisierte in der Spitalkirche eine Informations und Diskussionsveranstaltung zum integrierten Rheinprogramm Ängste der Bürger bleiben bestehen BREISACH (trh). Mit dem integrierten Rheinprogramm möchte die Landesregierung den Hochwasserschutz für die Siedlungsgebiete um Karlsruhe verbessern. Dazu sollen insgesamt 13 Hochwasserrückhalteräume am Oberlauf des Flusses geschaffen werden. Diese sollen regelmäßig geflutet werden, um so die Tier- und Pflanzenwelt auf die relativ seltenen Hochwasser, bei denen eine Hochwasserrückhaltung nötig ist, vorzubereiten. Und wenn der Wald erst einmal auf die feuchteren Bedingungen eingestellt ist, könnten mehrere aufeinander folgende Trockenjahre, in denen nicht genügend Wasser für die Flutungen zur Verfügung steht, verheerende Folgen für die feuchtigkeitsliebenden Pflanzen zeitigen. Ein möglicher Anstieg des Grundwassers auch außerhalb der Polder ist neben der Dammsicherheit eine weitere Sorge der unmittelbaren Anwohner.
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Badische Zeitung, Aus der Region
In manchen Gemeinden gibt es noch Widerstand gegen die Pläne des „Integrierten Rheinprogramms“ und das Ausbaggern des so genannten90-Meter-Streifens Der Rhein soll wieder Platz bekommen für seine Hochwasserfluten Von unserem Redakteur Wulf Rüskamp Vielleicht, so merkte er jetzt bei einer Informationsveranstaltung des Regionalverbands Südlicher Oberrhein an, sei ja die Strategie falsch gewesen, die zu erwartenden Konflikte schon im Vorfeld rechtlicher Festlegungen auszuräumen. Andererseits erfreut sich das gesamte Projekt, gerade in seiner heutigen Ausgestaltung, der weitgehenden Befürwortung der Naturschützer und ihrer Organisationen. Fällt das Hochwasser freilich einmal aus, sollen künstliche Überflutungen zeitweilig dem richtigen Wasserstand nachhelfen: momentan der wohl heftigste Streitpunkt im „Integrierten Rheinprogramm“. Nördlich von Sasbach läuft bereits eine Bürgerinitiative dagegen Sturm. Die größten Sorgen richten sich dabei offenbar auf einen markanten Anstieg des Grundwassers und damit auf feuchte Keller, wenn das Wasser in den Überflutungszonen länger stehen bleibt. Solche Sorgen sollten die Planungsbehörden den Bürgern durch vermehrte und wiederholte Information nehmen, wurde Huppmann beim Informationsgespräch in den Räumen des Regionalverbands geraten.
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Badische Zeitung, Ausgabe Westlicher Kaiserstuhl
Hochwasserschutz zwischen Weil und Breisach soll im Einklang mit der Natur erfolgen Bürgermeister auf Informationsreise Isar dient als Vorbild für den Rhein BREISACH (mwi/bm/cm). Bei der geplanten Schaffung von Überflutungsflächen (90-Meter-Streifen) für den Hochwasserschutz zwischen Weil und Breisach wird nicht einfach nur die Landschaft weggebaggert. Davon konnten sich Vertreter der betroffenen Gemeinden bei einer Exkursion an die obere Isar überzeugen. Dort informierten Othmar Huppmann und seine Kollegen von der Gewässerdirektion Südlicher Oberrhein/Hochrhein sowie Gutachter des Instituts für Landschaftsökologie und Naturschutz (INL), das die Umweltverträglichkeit des Projekts untersucht, wie der Hochwasserschutz am Oberrhein künftig aussehen könnte.
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Badische Zeitung, Ausgabe Westlicher Kaiserstuhl
Abriß auf dem Kasernengelände künftig mit Entsorgungskonzept Neue Verhandlung am 31. Mai Umweltbüro kontrolliert BREISACH (trh/cm). Der genauen Erfassung und sachgerechten Beseitigung von Altlasten wird bei künftigen Abbrucharbeiten auf dem Breisacher Kasernengelände größeres Augenmerk geschenkt, als dies bislang allem Anschein nach der Fall war. Dies ist das Ergebnis eines Ortstermins, bei dem der Leiter des für die Abbrucharbeiten verantwortlichen staatlichen Hochbauamtes, Hans-Jürgen Wohlfarth, gegenüber Vertretern der Stadt und der Presse die weitere Vorgehensweise beim Rückbau der ehemaligen Militärgebäude erläuterte. Ausdrückliches Ziel des Treffens war es, eine neue Vertrauensbasis zwischen Stadt und Bundesbauverwaltung zu schaffen. Dabei zeigte sich aber auch, daß es bei den Abbrucharbeiten in den vergangenen Monaten zu mitunter schwerwiegenden Versäumnissen gekommen war. Beim Abriß mehrerer Blechhallen waren wie mittlerweile vorliegende Messungen belegen tatsächlich beträchtliche Mengen an Bleistäuben freigesetzt worden. Diese müssen nun mit großem Aufwand wieder beseitigt werden.
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Badische Zeitung, Ausgabe Westlicher Kaiserstuhl
Verein für anderes Mobilsein hofft auf mehr Zuspruch Einlage für Mitglieder sinkt auf 300 Euro BREISACH/IHRINGEN. Um über 30 Prozent auf 300 Euro soll die Einlage für Mitglieder gesenkt werden. Das beschlossen die Vertreter des Vereins für anderes Mobilsein (Vamos), der jeweils ein Gemeinschaftsauto in Breisach und in Ihringen unterhält, auf ihrer Jahresversammlung. Damit soll der Entschluß, gemeinschaftlich ein Auto zu nutzen, erleichtert werden. Da bislang so gut wie jeder, der das Gemeinschaftsauto nutzen wollte, es auch bekam, rechnet der Verein in nächster Zukunft mit weiteren Mitgliedern. Die Vorteile liegen nach Ansicht von Vamos schließlich auf der Hand, besonders im Vergleich zu einem Zweitwagen, der vielleicht nur gelegentlich gebraucht wird: keine Anschaffungskosten, keine Parkplatzprobleme für das zweite Auto, keine Reparatur- und Versicherungskosten. Finanziell sei Autoteilen für alle, die nur gelegentlich ein Auto brauchen, unschlagbar, von den ökologischen Gesichtspunkten ganz abgesehen.
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... Salzgehalt bleibt rätselhaft (BZ, 16. Juni 2000) 
20. Juli 2000
Das Gebäude in der Rheintorstraße wird heutzutage von Passanten kaum beachtet und wenn doch, dann hauptsächlich wegen seines wenig schmucken Äußeren. Dabei ist es eines der wenigen historisch bedeutsamen Baudenkmäler, über die Breisach heute noch verfügt.
Gebaut in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, diente das „Haus zum alten St. Peter“ zunächst als Militärkantine und Gasthaus, bis es 1829 von der israelitischen Gemeinde Breisachs erworben und bis 1933 als Gemeindehaus genutzt wurde. 1941 erfolgte der Zwangsverkauf an einen Freiburger Rüstungsbetrieb. 1953 wurde es dann zwar an den Oberrat der Israeliten Badens restituiert, der es jedoch 1955 bereits wieder veräußerte. Bis vor einiger Zeit wurde es noch als Wohnhaus genutzt, seither schlummert es in tiefem Dornröschenschlaf.
Ende 1998 stellte der Eigentümer einen Abbruchantrag. Angesichts der maroden Bausubstanz würde sich eine Renovierung der Immobilie nicht lohnen. Dies rief nun aber einige engagierte Breisacher Bürger auf den Plan, die das Haus erhalten und die wenigen noch existierenden Zeugnisse des einst reichen jüdischen Lebens in Breisach vor dem Vergessen bewahren wollten. Im vergangenen Jahr gründeten sie den „Förderverein Ehemaliges Jüdisches Gemeindehaus“, dessen vordringlichstes Ziel zunächst einmal der Kauf des Gebäudes war.
Dieses Ziel wurde nun erreicht. Für 280'000 Mark wurde das ehemalige Gemeindehaus erworben. Finanziert wurde das Ganze durch Spenden und zum größeren Teil durch einen Bankkredit, der jedoch, so die Vereinsvorsitzende Christiane Walesch-Schneller kürzlich vor der Mitgliederversammlung, jederzeit abgelöst werden kann. Ein Aufschub des Kaufs sei nicht mehr möglich gewesen, weil der Eigentümer ein zeitliches Limit gezogen hatte.
Als Nächstes steht nun die Renovierung des Gebäudes an. Die Firma Domiziel aus Neustadt, die im Rahmen der Gefährdetenhilfe und des Jugendschutzes in Zusammenarbeit mit der Caritas Wohnsitzlosen Arbeit und Ausbildung verschafft und sich dabei auf die Sanierung zumeist denkmalgeschützter Altbauten spezialisiert hat, wird diese Arbeiten übernehmen. Durch staatliche Zuschüsse, die die Firma für das Projekt erhält, können die Renovierungskosten deutlich unter die zunächst veranschlagten 800'000 Mark gesenkt werden. Sollte es dem Verein wider Erwarten doch nicht gelingen, die notwendigen Spenden aufzubringen, wird die Firma das Gebäude kaufen und damit den Kredit und die bis dahin aufgelaufenen Zinsen ablösen.
Bei all dem ist große Eile geboten. Denn bereits im Oktober plant der Förderverein eine „Woche der Begegnung“, zu der die noch lebenden, in alle Welt verstreuten Breisacher Juden in ihre ehemalige Heimat eingeladen werden sollen. Bei dieser Gelegenheit soll ihnen auch ihr einstiges Gemeindehaus wieder zugänglich gemacht werden.
12. November 1999
Der Kommentar:
Jüdisches Gemeindehaus
Eine Chance für Breisach
27. Oktober 1999
Doch nach den Vorstellungen von Christiane Walesch-Schneller, die nach den Schicksalen der Breisacher Juden forscht, soll bald wieder Leben in das alte Gemäuer einziehen. Ein Museum zur Geschichte der Juden in Breisach und der Regio soll im Michael-Eisemann-Haus, so der Name des letzten jüdischen Kantors, der dort wohnte, entstehen.
Christiane Walesch-Schneller plant, eine Sammlung aufzubauen, die die jüdische Geschichte in Südbaden dokumentiert. Außerdem will sie eine Judaika-Bibliothek zusammenstellen. Ein Auskunftszentrum zu Fragen nach der Geschichte und der Kultur des Judentums soll ebenso in den Räumen untergebracht werden wie eine Tagungsstätte. Außerdem könnten dort, so Christiane Walesch-Schneller, Gästezimmer für Überlebende und ihre Nachkommen eingerichtet werden für den Fall, dass sie Breisach besuchen kommen.
Doch bevor es soweit ist, muss das ehemalige jüdische Gemeindehaus erst einmal gekauft und renoviert werden. Nach Angaben von Christiane Walesch-Schneller hat der jetzige Besitzer des ehemaligen jüdischen Gemeindehauses zugesagt, dass er es verkaufen würde, wenn dort eine Gedenkstätte eingerichtet wird. Zu welchem Preis das Haus den Eigentümer wechselt und wer der künftige Besitzer und Träger des Museums sein wird (möglich wäre eine Stiftung), ist derzeit noch offen.
Insgesamt schätzt Christiane Walesch-Schneller allein die Kosten für Kauf und Renovierung des Hauses auf rund eine Million Mark. Zusagen von privaten Spendern und Förderern lägen bereits vor. Das Landesdenkmalamt habe ebenfalls Interesse für das Projekt bekundet und Unterstützung zugesagt. Auch die Stadt signalisiere Bereitschaft mitzuhelfen. Jetzt hoffen die Initiatoren, die sich unlängst zu einer Gesprächsrunde zusammenfanden, auf Resonanz und Mithilfe aus der Bürgerschaft.
Denn ein derartiges Projekt müsse von den Bürgern gewollt und getragen werden und lasse sich nicht an Institutionen delegieren, so der Tenor der Diskussion. Außerdem dürften auch die Überlebenden nicht ausgeklammert werden. Ralph Eisemann, der Sohn Michael Eisemanns, hat bei seinem Besuch im Frühjahr bereits gesagt, dass es sein Wunsch ist, dass in seinem Elternhaus ein Museum eingerichtet wird.
Für das Jahr 2000 plant Christiane Walesch-Schneller eine Konferenz mit allen aus Breisach stammenden Juden, die den Holocaust überlebt haben. Zum einen soll dabei des 60. Jahrestags der Deportation der jüdischen Bürger aus Breisach gedacht werden. Zum anderen will Christiane Walesch-Schneller dabei auch die Flucht- und Lebenswege der ehemals Verfolgten dokumentieren. Die Zeit drängt, denn die ehemaligen jüdischen Bürger Breisachs sind alle schon in hohem Alter.
6. Dezember 1999
Dieser sieht zwei einzeln stehende, zweigeschossige Wohnhäuser an der Richard-Müller-Straße vor. Drei weitere Gebäude sollen im rückwärtigen Bereich entstehen. Diese sollen über drei Stockwerke mit einem ausgebauten Dachgeschoss verfügen. In einer Tiefgarage sind Parkplätze für die Bewohner geplant. Weitere Parkplätze sollen entlang der historischen Stadtmauer in der Rempartstraße entstehen.
Hauptkritikpunkt der Anwohner, erklärt Hansjörg Willhauck, sei die unangepasste giebelständige Anordnung der Häuser entlang der Richard-Müller-Straße, die obendrein viel zu klobig wirkten. Auch die rückwärtige Bebauung sei, so wie sie in der Bauvoranfrage vorgesehen ist, unbefriedigend. Sie sei zu raumgreifend und würde die Zugänglichkeit der Stadtmauer immerhin ein Baudenkmal ersten Ranges für die Öffentlichkeit stark einschränken. Mit ihrer Kritik hatten sich die Anwohner in den vergangenen Wochen sowohl an die Bauverwaltung der Stadt Breisach als auch an die Parteien im Gemeinderat gewandt. Dabei gehe es, so Willhauck, keineswegs darum, das Projekt grundsätzlich zu verhindern. Vielmehr wollten die Bewohner durch eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung dazu beitragen, dass die für alle Beteiligten günstigste Lösung gefunden werde.
Aus diesem Grund habe man jetzt auch einen Alternativplan vorgelegt, der, bei gleicher Anzahl an Wohneinheiten, den Bedürfnissen der Anwohner erheblich besser entspreche. Durch die geschlossene traufständige Anordnung der Häuser an der Straße würde sich der Komplex erheblich besser ins Stadtbild einfügen. Auch erschienen die Neubauten durch eine abgestufte Firstlinie weitaus weniger wuchtig. Im rückwärtigen Grundstücksbereich sei ein zweiter, parallel verlaufender Gebäuderiegel vorgesehen. Dadurch würde Platz für eine große Freifläche gewonnen. Ein weiterer Vorteil sei, dass die Zufahrt zur Tiefgarage von der Rempartstraße und nicht von der ohnehin stark befahrenen Richard-Müller-Straße aus erfolge. Mit diesem Planentwurf, der zeigen soll, dass es auch anders geht, wollen sich die Anwohner jetzt an den Bürgermeister und die Stadtratsfraktionen wenden, in der Hoffnung, dass ihren Anliegen Rechnung getragen wird.
Grund zur Eile besteht indes nicht. Eine Entscheidung über das Projekt, so heißt es im Rathaus, steht erst im kommenden Frühjahr an.
21. Mai 1999
Während Strompreissenkungen derzeit gang und gäbe sind die Konkurrenzsituation erfordert es bedenken die EVUs ihre Kunden in der Regel mit schwer verständlichen Stromrechnungen. In Baden-Württemberg hat die EVO als erster Energieversorger jetzt Licht in den Tarifdschungel gebracht. Wir haben versucht, das alte Tarifsystem völlig über Bord zu werfen, berichtete EVO-Geschäftsführer Harald Botschen, der mit seinem Nachfolger Harald Seidelmann die Neuerungen der Öffentlichkeit vorstellte.
Wurde bislang zwischen Haushalt, Gewerbe, Landwirtschaft und Mischbedarf (Haushalt und Gewerbe) unterschieden die Preisdifferenz betrug bis zu 30 Prozent gibt es künftig für die Privat- und Geschäftskunden der EVO nur noch den Einfach- und den Spartarif. Um die Änderungen vornehmen zu können, seien Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium notwendig gewesen, das die Strompreise genehmigt, erläuterte Helmut Jöchl, Leiter der Abteilung Strom bei der EVO. Letztlich habe das kundenorientierte Tarifmodell überzeugt und man habe die Ausnahmegenehmigung für das Pilotprojekt erhalten. Ausschlaggebend seien der einfache und übersichtliche Aufbau, die allgemein verständlichen Begriffe und die Transparenz der Preisbildung gewesen.
Im Einfachtarif kostet die Kilowattstunde Strom 24 Pfennig, inklusive Ökosteier und Mehrwertsteuer, die ebenfalls aufgeführt, sind es 30,16 Pfennig. Hinzu kommt ein Grundpreis, beziehungsweise eine Zählergebühr, von 62,64 Mark pro Jahr. Entscheidet sich der Kunde für den Spartarif, beträgt der Grundpreis 11,36 Mark im Jahr. In der Zeit von 6 bis 22 Uhr kostet die Kilowattstunde inklusive Öko- und Mehrwertsteuer 32,48 Pfennig, von 22 bis 6 Uhr nur 15,31 Pfennig. Der Spartarif lohnt sich, wenn der Kunde mehr als 20 Prozent seines Stroms nachts verbraucht, erläuterte Harald Seidelmann.
Ab 1. Juni wird das Stromangebot zudem um den Regiostrom und Regiostrom Plus erweitert. Diese Angebote richten sich an Verbraucher,die mit einem höheren Strompreis eine Beitrag zum Klimaschutz und zum Aufbau regenerativer Energiequellen leisten wollen. Mit dem Aufpreis von drei Pfennig pro Kilowattstunde beim Regiostrom wird die Stromerzeugung aus Wasserkraft, Biomasse, Windkraft und Blockheizkraftwerken unterstützt. Beim Regiostrom Plus, er kostet acht Pfennig mehr, auch die Solarenergie. Auch hier kann zwischen Einfach- und Spartarif gewählt werden. Beim Regiostrom orientiert sich die EVO am Partner FEW, die Zusatzeinnahmen werden in Freiburg treuhänderisch verwaltet.
[Hervorhebung durch die Umweltliste Breisach]
Die EVO sind Preissenkung und übersichtliche Tarife eine Möglichkeit, sich auf dem hartumkämpften Strommarkt zu behaupten. Insbesondere die Industrie erwarte günstige Preise, merkte Harald Botschen an und verwies auf die französische Konkurrenz. Die Unternehmensphilosophie des Breisacher Energieversorgers hat sich bislang bewährt: Wir haben seit vergangenem Jahr keine Kunden verloren, im Gegenteil im Großkundenbereich sogar 15 Prozent hinzugewonnen, berichtete Botschen.
3. Dezember 1999
Mit dem Fahrplanwechsel Ende September war nicht nur annähernd ein Halbstundentakt auf der Schiene (Breisgau-S-Bahn) eingeführt worden, auch konnte die Linie 31 bis Breisach (über Gündlingen und Hochstetten) fortgesetzt werden. Bis dato hatte der Bus nur Nieder- und Oberrimsingen angefahren und dann wieder kehrt gemacht. Um die Attraktivität der Verbindung noch zu erhöhen, geht die Route seither als Stadtbuslinie 2 im Stadtgebiet weiter: über die Bahnhofstraße zum Grüngärtenweg (Haltestelle EVO und Lidl), Neuen Weg (Haltestelle Krankenhaus und Friedhof), Gutgesellentorplatz, Richard-Müller-Straße, Rempartstraße (Haltestelle Neutorplatz) und zurück zum Bahnhof.
In den vergangenen Wochen wurden nun erste Erfahrungen mit diesem Angebot gesammelt. Wie der Breisacher Umweltbeauftragte Willi Hennig erläutert, hat sich dabei gezeigt, dass vor allem die Anbindung an die S-Bahn (mit der Linie 31) in den Morgenstunden besser sein müsste. So ist die Bahn um 6.54 Uhr (in Richtung Freiburg) schlecht von den Stadtteilen aus zu erreichen. Zahlreiche Berufstätige und Schüler (besonders aus Hochstetten) seien gezwungen, sich mit dem Auto zum Bahnhof bringen zu lassen, um diese Zugverbindung überhaupt nutzen zu können.
Jetzt soll deshalb ein zusätzlicher Kurs gefahren werden. Von Montag bis Freitag startet dieser Bus um 6.28 Uhr in Niederrimsingen, um 6.31 Uhr in Oberrimsingen, um 6.38 Uhr in Gündlingen und um 6.46 Uhr in Hochstetten. Um 6.50 Uhr kommt der Bus schließlich am Breisacher Bahnhof an.
Laut Hennig muss für diese Fahrt ein eigenes Fahrzeug eingesetzt werden, was natürlich entsprechend teuer ist. Das zuständige Busunternehmen wolle mit 12500 Mark jedoch nur einen Teil der tatsächlich anfallenden Kosten in Rechnung stellen.
Was die Stadtbuslinie 2 angeht (unter der Woche 18 Fahrten pro Tag und samstags sieben Fahrten), ist diese Verbindung bislang durch etwa 20-minütige Standzeiten am Neutorplatz unterbrochen. Deshalb können die Fahrgäste aus der Kernstadt für innerstädtische Fahrten die Möglichkeiten der Linie nur dann nutzen, wenn sie am Bahnhof einsteigen und in Richtung EVO und Lidl weiterfahren. Würden sie bereits am Gutgesellentorplatz in den Bus steigen, so Hennig, müssten besagte Wartezeiten am Neutorplatz in Kauf genommen werden, was in der Praxis allerdings niemand mache.
Das Umweltamt schlägt deshalb vor, die Linie 2 auch gegenläufig fahren zu lassen. Der Bus nimmt zunächst seine übliche Route. Am Neutorplatz dreht er dann nach einer etwa fünfminütigen Pause eine Schleife zum Bahnhof und über die Poststraße zurück zum Neutorplatz. Weiter geht es in Richtung Krankenhaus, Neuer Weg zum Bahnhof. Allerdings müssten zwei weitere Haltestellen (am Neutorplatz und am Krankenhaus) auf der jeweils gegenüberliegenden Seite eingerichtet werden. Kosten für diese echte innerstädtische Verbindung, die einer Verdoppelung der bisherigen Kapazität gleichkommt, werden mit etwa 10000 Mark angesetzt.
Trotz des verbesserten Schienenverkehrs konnten in Breisach die Kurse der Stadtbuslinie 1 (sie verbindet den Bahnhof mit dem Kohlerhofgebiet) aufrechterhalten werden. Allerdings wurden die Busse in den Abendstunden und an Samstagen eingestellt. Einige Bewohner des Kohlerhofgebiets hatten deshalb ihrem Ärger bei der Stadtverwaltung Luft gemacht. Jetzt soll es abends wieder drei zusätzliche Verbindungen und sieben weitere an den Samstagen geben. 77500 Mark an Kosten entstehen der Stadt laut Hennig durch dieses neue Angebot.
Zusammen mit den bestehenden Verpflichtungen im öffentlichen Nahverkehr ergeben sich nun Gesamtkosten in Höhe von 360000 Mark. Dieser Posten soll vorbehaltlich der Entscheidung des Gemeinderats in den Haushalt des kommenden Jahres eingestellt werden. Der Verwaltungs- und Sozialausschuss hat bereits zugestimmt.
Für die Zukunft strebt Hennig denn auch noch weitere Verbesserungen an. So will er die teilweise problematischen Haltestellensituationen etwa am Bahnhof entschärft wissen und die Stadtbuslinien effektiver untereinander verknüpfen. Auch soll verstärkt die Werbetrommel gerührt werden. Denn für ihn ist klar, dass die neuen Verbindungen nur dann Bestand haben, wenn sie auch genutzt werden. Sie stehen jetzt erst einmal auf dem Prüfstand, sagt der Umweltbeauftragte.
14. Mai 1999
Dieter Nagel muß optimistisch sein. Schließlich ist die Münchner Thüga AG an 49 Stadtwerken direkt und an weiteren 90 indirekt beteiligt. Nur 20 Prozent ihres Umsatzes von 393 Millionen Mark macht die Thüga mit dem eigenen Gasund Stromgeschäft. Die Beteiligungen tragen 80 Prozent oder 233 Millionen Mark zum Ergebnis bei. 1998 erzielte die Thüga so den höchsten Konzerngewinn seit Bestehen: 158 Millionen Mark. Ihre Aktionäre PreussenElektra (56 Prozent), Bayerische Landesbank (29 Prozent), Ruhrgas (zehn Prozent), Streubesitz (fünf Prozent) dürfen sich über die höchste je gezahlte Dividende von 14 Mark pro 50-Mark-Aktie freuen.
Das war nicht immer so. Als Dieter Nagel zum Thüga-Vorstand aufrückte, sah es um das Unternehmen nicht gut aus. Deshalb lag ihm Anfang der 70er Jahre am Einstieg in die Freiburger Energie- und Wasserversorgung (FEW) besonders viel. Und Freiburg ist für die Thüga wichtig geblieben. So wichtig, daß sie sogar in Geschäftsfelder eingestiegen ist, die ihr nicht besonders behagt haben. Nun hat die Thüga Anteile an der Freiburger Stadtentwässerung und dem Entsorgungsgeschäft. Zumindest was letzteres angeht, soll Freiburg eine Ausnahme bleiben, sagt Nagel.
In anderer Hinsicht ist die FEW dagegen Vorbild im Thüga-Verbund. Die FEW praktiziert mit der Gasfernversorgung Mittelbaden (Offenburg), den Stadtwerken Lahr, der Energieversorgung Oberbaden (Breisach), den Gasbetrieben Emmendingen und der Badischen Gas- und Elektrizitätsversorgung (Lörrach) bereits das, was Nagel Aufgabenfusion nennt. Die Südbadener wollen zu diesem Zweck im Sommer eine GmbH gründen. Gemeinsamer Einkauf auch von Gas und Strom und eine Angleichung der Tarifstrukturen stehen dabei im Vordergrund. Daß die Offenburger Gaskunden neuerdings weniger für ihre Energie ausgeben müssen, ist ein erstes Ergebnis der südbadischen Kooperation. Dabei soll es nicht bleiben. Wenn die FEW im Juni ihren Regio-Strom aus Blockheizkraftwerken und regenerativen Stromquellen der Region anbieten wird, soll es nicht lange dauern, bis auch die Kunden der Partner das Angebot wahrnehmen können.
[Hervorhebung durch die Umweltliste Breisach]
Diese Aufgabenfusion hält Nagel einer echten Fusion der Unternehmen für überlegen. Warum soll man sich diese ganzen Schwierigkeiten antun, fragt er. Die Stadtwerke seien kleine, flexible Einheiten nah am Kunden. Diese Vorteile sollten sie nicht aufgeben.
Damit sie im Wettbewerb nicht untergehen, hat die Thüga nun mit dem Fränkischen Überlandwerk (FÜW) in Nürnberg eine neue Stromeinkaufs- und Vertriebsgesellschaft gegründet. Die Syneco soll künftig gemeinsam mit den Stadtwerken neue Stromlieferverträge aushandeln. Gekauft wird, wo der Strom am billigsten ist. Wir sind kein Vertriebskanal für PreussenElektra, stellt Nagel klar.
Wie solche Verhandlungen laufen könnten, hat Freiburg im Stromstreit zwischen dem bisherigen Vorlieferanten Energie Baden-Württemberg und dem neuen Partner Watt AG gezeigt. Und weil sich FEW-Chef Werner Juling dabei profiliert und bewährt hat, soll er künftig in den Diensten der Thüga Stromgeschäfte abwickeln. Dieter Nagel ist überzeugt, daß sich die Stadtwerke im Thüga-Verbund von den Großen im Stromgeschäft nicht über den Tisch ziehen lassen müssen: Wir glauben, daß diese Struktur sehr zukunftsfähig ist.
6. Oktober 1999
Völlig verkehrsfrei möchte die ULB das einzige Naherholungsgebiet, das zu Fuß erreichbar ist, in Zukunft haben. Wenn die Stadt diese Straße nicht sperrt, dann wird sie keine sperren, prophezeite Stadtrat Georg Weiser. Denn um die Rheinuferpromenade dicht zu machen, brauchte es keinen Mut. Schließlich sei von einer Sperrung niemand existenziell bedroht, so Weiser, und keinem entstünden durch weitere Wege Nachteile. Wenn der Bürgermeister sagt, er wolle die Stadt für Touristen attraktiver machen, erwarten wir auch, dass er etwas tut, versuchte der ULB-Stadtrat Breisachs Verwaltungschef Alfred Vonarb in die Pflicht zu nehmen.
Was der Bürgermeister nach Ansicht der ULB tun sollte, verdeutlichte sie mit Informationstafeln, auf denen sie Konzepte für die Rheinuferpromenade vorstellte. Skizzen von Ingeborg Lang zeigten, wie die Rheinuferpromenade dann aussehen könnte. Die ULB wünscht sich drei Rundwege, über die Spaziergänger entlang der Promenade und des Eckartsbergs gehen können.
Bestandteil des Konzepts ist auch die von Tiefbauamtsleiter Horst Wolf in der Bürgerversammlung bereits angesprochene Fußgängerbrücke in Höhe des Wehrs über die Möhlin. Außerdem präsentierte die ULB ihre Idee, eine Radfahrer- und Fußgängerbrücke zwischen Frankreich und Deutschland über das Kulturwehr zu bauen.
Von einem Andrang an Interessierten konnte jedoch keine Rede sein. Da half auch die musikalische Unterstützung durch die Jazzband Mahadöh wenig. Das Wetter habe es nicht besonders gut mit der ULB gemeint, erklärte ULB-Fraktionssprecher Gerd Müller. Für die Breisacher sei das Thema derzeit nicht akut, meinte hingegen der ebenfalls anwesende Stadtrat der CDU, Rudolf Gnädinger.
Die Geschichte um die abgehängten Plakate im Vorfeld der Veranstaltung (die BZ berichtete) führt Tiefbauamtsleiter Horst Wolf auf ein Missverständnis zurück. Die ULB habe den Hock als Informationsveranstaltung angemeldet, um Wahlkampf handelt es sich dabei seiner Ansicht nach nicht. Zumal längst nicht alle Plakate mit dem nachträglich angebrachten Aufkleber ULB Liste 3 versehen worden seien. Die ULB hat zudem zwar den Kauf der Gebührenmarken zugesagt (Um unnötigen Streit zu vermeiden, so Gerd Müller), sie aber nicht wie fälschlicherweise berichtet abgeholt.
Der städtische Bauhof habe die Anweisung, nicht genehmigte (Werbe-) Plakate automatisch abzuhängen, und dies am Dienstag außerhalb der genehmigten Straßenzüge auch gemacht bis auf die Plakate am Rheinufer. Zu den Vorwürfen Müllers, der Infohock habe im Vergleich zum Nahverkehrsfest härtere Auflagen erhalten, meinte Wolf, dass die beiden Veranstaltungsorte nicht miteinander vergleichbar seien: Wenn die Gartenwirtschaft am Neutorplatz voll ist, sind da auch viele Leute.
Dass der Bauhof die Plakate abgehängt hat, habe nichts damit zu tun, dass man der ULB böse will, erklärte der Gemeindevollzugsbeamte Ingo Hintereck, es wäre ein Leichtes gewesen, mich am Montag anzurufen. Er hätte, wie er sagt, die Gebührenmarken dann sogar zugeschickt. Auch wenn manche über zu viele Plakate klagten: Im großen und ganzen klappt das in Breisach. Er müsse sich eben an die Vorschriften halten. Und die müssten, wie Wolf anmerkte, Stadtrat Gerd Müller als Mitglied des Bauausschusses bekannt sein.
3. September 1999
Kritisiert wurden einmal mehr der Marktplatz, das ungünstig gelegene Rathaus und die Einkaufsmöglichkeiten. Über die Sauberkeit, von den meisten Gästen gelobt, scheiden sich die Geister. Während der eine Breisacher seinen Wohnort für zu schmutzig hält, ist dem anderen das kleine Städtchen zu geleckt und bieder.
Umstritten auch die Parkplatzsituation: Was dem einen zu viel, ist dem anderen zu wenig. Wenn es um die Freizeitgestaltung am Abend geht, dann sieht es aber so aus, als seien sich fast alle wieder einig: In Breisach herrscht tote Hose. Wer anderer oder gleicher Auffassung ist, hat noch Zeit bis Montag, 6. September, seine Meinung bei einem der Interviewer loszuwerden.
4. August 1999
Hintergrund ist die Diskussion um die Zukunft der Rheinuferstraße. Die ULB will bekanntlich die Schließung der Straße für den Durchgangsverkehr. Mit ihrem Straßenfest wollte die Partei der Bevölkerung die Möglichkeiten einer autofreien Straße demonstrieren. Die Verwaltung hatte den Antrag unter anderem mit der Begründung abgelehnt, dass man erst im Frühjahr entscheiden wolle, dann lägen die Ergebnisse der Bürgerbefragung zum Stadtmarketingkonzept vor, auch wolle man die Verkehrsentwicklung in der Innenstadt erst einmal abwarten. Und eine eintägige Sperrung lasse keine Rückschlüsse zu.
Eine eintägige Sperrung ist nicht aussagekräftig, pflichtet ULB-Stadtrat Georg Weiser Bürgermeister Vonarb bei. Allerdings sollten die Bürger, deren Meinung im Rahmen des Agendaprozesses Stadtmarketing gefragt sei, beide Varianten vergleichen können: Rheinuferstraße mit und ohne Autoverkehr. Eine Sperrung im Frühjahr hätte keinen Sinn mehr, da die Analyse dann abgeschlossen sei, argumentiert die ULB.
Das Fest auf dem Bolzplatz sei unabhängig von der Straßensperrung zu verstehen, aber nicht unabhängig von der Bürgerbefragung. Das Fest soll unterhalten und mit Info-Tafeln und Ausstellung über die Vorstellungen der ULB informieren. Um der Öffentlichkeit eine inhaltliche Auseinandersetzung mit unseren Zielen zu ermöglichen, wollen noch während der Befragungsaktion im Rahmen des Stadtmarketings angesiedelt wissen, so die ULB in ihrem Antrag.
Bürgermeister Vonarb wollte gestern keine Stellungnahme zu den Wünschen der ULB abgeben. Wir werden die Anträge verwaltungsintern beurteilen und dann die ULB benachrichtigen, sagte er auf Anfrage der Badischen Zeitung.
18. Juni 1999
Gut zwei Dutzend Interessierte waren gekommen, um mit den ULB-Stadträten Ingeborg Lang, Georg Weiser und Gerd Müller sowie dem Stadtplaner Eberhard Löwenberg zu diskutieren, wie die Uferstraße im Südwesten Breisachs am besten genutzt werden kann.
Zu Beginn zeigte Ingeborg Lang anhand von Fotografien, wie stark der Verkehr an manchen Tagen das Sträßlein belastet. Georg Weiser skizzierte mögliche Szenarien für die künftige Nutzung der Rheinuferstraße: Die Beibehaltung der momentanen Situation, die Umwandlung in eine Einbahnstraße oder die vollständige Sperrung für den Kraftfahrzeugverkehr. Diese Sperrung würde einerseits der Verkehrsentlastung der Innenstadt dienen, andererseits würde dadurch eine Uferpromenade mit einem hohen Freizeitwert für die Breisacher Bevölkerung und ihre Gäste entstehen, erklärte der Stadtrat.
Weiser schlug deshalb vor, die Rheinuferstraße vom Touristikpavillon bis zum Rheinanleger in eine Fußgängerzone umzuwandeln. Diese sollte dann ausschließlich Spaziergängern und Radfahrern vorbehalten sein. Einen besonderen Stellenwert erhalte die Rheinuferstraße dadurch, daß sie den einzigen direkten Zugang zu einer Grünzone im Stadtgebiet darstelle, erklärte Gerd Müller.
Spätestens, wenn am 12. Juli die Brücke über die Möhlin beim Kreisverkehr eingeweiht werde, bestehe Handlungsbedarf, um die Verkehrsströme auch wirklich sinnvoll zu lenken, waren sich die Referenten einig. Die Argumentation von Breisacher Geschäftsleuten, daß eine Sperrung der Rheinuferstraße verbunden mit einer Hinführung der Besucher auf den neuen Parkplatz vor der südlichen Stadteinfahrt potentielle Kunden vor den Toren lasse, wiesen sie zurück.
Zu Fuß brauche man von diesem Parkplatz bis zum Marktplatz weniger als vier Minuten, so nahe am Zentrum könne in keiner anderen Stadt geparkt werden. Aber in Breisach muß man mit dem Auto bis ins Geschäft hineinfahren können, damit die Leute zufrieden sind, ärgerte sich Weiser.
Den dringenden Ausbau der Radfahrer- und Fußgängerwege in der Stadt mahnte Eberhard Löwenberg an. Gleichzeitig schlug er vor, eine Rheinbrücke über das Kulturwehr Breisach zur Rheininsel zu errichten.
Rund 12000 Autos quälen sich tagtäglich durch Breisachs Innenstadt, erklärte ein Anwohner. Auch nachts sei das Verkehrsaufkommen so hoch, daß er nur mit Hilfe von Ohrenstöpseln schlafen könne. Die Leute, die sich gegen eine Einbahnstraßenregelung in der Rheinstraße wehren, gehen anschließend heim ins Mittlerfeld oder auf den Münsterberg, schimpfte er. Ein anderer Diskussionsteilnehmer beklagte, daß dort, wo er als Kind noch mit seinen Freunden gespielt habe, heute Autos fahren oder Garagen stünden. Wir haben der Mobilität sehr viel geopfert, bedauerte er.
Weiser führte an, daß auch im Verkehrsentwicklungskonzept, das die Firma Beller Consult für die Stadt Breisach angefertigt hat, eine Sperrung der Rheinuferstraße empfohlen werde. Es könne nicht angehen, daß aus einem Konzept einzelne Teile herausgepickt würden, während der Rest nicht umgesetzt werde. Doch die Autolobby im Stadtrat ist sehr stark, sagte der Gymnasiallehrer. Er regte abschließend an, dem Konzept der Beratungsfirma zu folgen: Wir würden es für unsere Bürger tun, und für alle, die Breisach schön finden.
19. Mai 1999
Ursprünglich sollte mit dem Bau der Möhlinbrücke die Breisacher Stadtmitte vor allem die Rheinuferstraße vom Autoverkehr entlastet werden. Sonntagsspaziergänger und Besucher des Waldschwimmbads, der Jugendherberge oder der Sportstätten sollten auf direktem Weg ans Ziel fahren können, ohne sich durch die Innenstadt zwängen zu müssen. Nach dem derzeitigen Stand, ließ Wolf wissen, seien die Auswirkungen der neuen Brücke auf den Innenstadtverkehr aber noch nicht klar.
So wird von seiten der Stadtverwaltung derzeit auch die Minimallösung favorisiert: Zumindest für den Rest des Jahres soll der Straßenverkehr in beide Richtungen fließen, bis genauere Erkenntnisse vorliegen. Zur Verkehrsberuhigung sollen kleine Schwellen aufgepflastert und die Gehwege verbreitert werden. Zusätzliche Entlastung der Straße verspricht sich Wolf durch die neuen Parkplätze bei der Schleuse und unterhalb des alten Zolls. Auch ein Steg über die Möhlin unterhalb des Eckartsbergs ist in den Plänen vorgesehen.
Eine andere Variante wäre, die Promenade ab der Schiffsanlegestelle als Einbahnstraße stadtauswärts auszuschildern. Dazu müßte bei der Schleuse zusätzlich eine Wendeplatte gebaut werden. Daß die Rheinpromenade, wie von der Umweltliste Breisach gefordert, komplett gesperrt wird, erscheint nach Wolfs Worten eher unwahrscheinlich. Wirklich überlastet sei die Straße nur von Mai bis September, und auch da zumeist nur an den Wochenenden.
Der Forderung, in der Rheinstraße ein sofortiges Halteverbot einzurichten, erteilte der Bürgermeister eine Absage. Vonarb will zunächst die Entwicklung abwarten, bevor ein Verkehrskonzept in Angriff genommen wird: Eine zweite Affäre Münsterbergstraße gibts mit mir nicht. Dann geh ich meinetwegen.
13.
April 1999
Unter diesem Gesichtspunkt begrüßt es die ULB, daß die FDP ihre Vorstellungen dazu kürzlich in der BZ dargelegt hat. Die Rheinstraße durch eine Einbahnregelung attraktiver zu gestalten, sei sicher überlegenswert. Um mehr Parkplätze durch Schrägstellen der Parkbuchten zu gewinnen, sei die Straße allerdings bei weitem zu schmal, breitere Gehwege wären aber für alle nach Ansicht der Umweltliste ein großer Gewinn.
Den Verkehrsstrom in der Gegenrichtung aber über die Rheinuferpromenade lenken zu wollen, erscheint der Umweltliste wie ein echter Schildbürgerstreich. Bis zu 8000 Fahrzeuge an einem Wochenendtag würden sich das Rheinufer entlang wälzen, in den Nachmittagsstunden sicher eine ununterbrochene Kette, gibt die Umweltliste zu bedenken. Und weiter: Man stelle sich nur einmal die Situation am Kiosk bis zu den Schiffsanlegestellen vor! Das beauftragte Ingenieurbüro habe mit gutem Grund den Vorschlag der FDP nicht in das Verkehrskonzept der Stadt mitaufgenommen.
Die neue Brücke über die Möhlin, die nach Ansicht der Umweltliste einen wunderschönen Winkel Breisachs zerstört hat, läßt sich, so die ULB, nur rechtfertigen, wenn die Rheinuferpromenade als Ersatz zum autofreien Flanierweg umgestaltet werde. Die Situation in Breisach lasse sich in fast jeder Hinsicht mit der am Titisee vergleichen. Die Gemeinde dort habe erkannt, daß Verkehr und Parkplätze an der Uferstraße im Begriff waren, die Hauptattraktion von Titisee kaputt zu machen. Beharrlich, mit großem Einsatz und gegen gewaltigen Widerstand einzelner Interessen habe die Gemeinde dort, so die ULB weiter, ihr Konzept einer autofreien Uferpromenade für die Menschen und den Tourismus durchgesetzt. Niemand dort würde im Traum daran denken, den alten Zustand wieder herzustellen.
Und Breisach?, fragt die ULB. Wenn jemand vom Breisacher Rheinufer spreche, falle immer wieder und gerne das Wort vom Rheingold, das es zu heben gelte. Durch die Uferpromenade den Verkehrsstrom der Autos stadtauswärts zu lenken, erscheint uns aber, als wolle man das Rheingold, kaum hat man es gefunden, gleich wieder in den Fluten versenken, diesmal aber in den Fluten des Blechs.
13.
März 1999
Wie Gerd Müller als Sprecher der ULB-Stadtratsfraktion erläuterte, sei dem Bau der Möhlinbrücke von seiten der ULB nur unter der Bedingung zugestimmt worden, daß sich durch das Bauvorhaben das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt reduziere. Durch die neue Anbindung der Freizeitanlagen und des Schwimmbads sei die Rheinuferstraße deutlich entlastet. Sie könne deshalb für Fußgänger und Radfahrer weitaus attraktiver als bislang gestaltet werden. Der ULB schwebt eine Sperrung von der Abzweigung zur Jugendherberge bis zur Schiffsanlegestelle vor. Von dort bis zum Kiosk müßten allerdings Ausnahmegenehmigungen möglich sein, um Busse und den Anlieferverkehr für die Schiffahrt nicht zu behindern.
Auch der gut besuchte Spielplatz in der Kurve würde nach Ansicht der ULB durch eine Sperrung der Promenade attraktiver werden. So sei es heute manchmal ganz schön gefährlich, den Nachwuchs dort spielen zu lassen. Schnell renne ein Kind auf die Straße, auf der grundsätzlich zu schnell und undiszipliniert gefahren werde.
Aber auch andere Schwerpunke werden die Breisacher Umweltliste, die ihre Mitgliederzahl von 44 konstant hält, in diesem Jahr beschäftigen. So soll natürlich ein Großteil der Energie auf die anstehende Kommunalwahl verwendet werden. Erste Gespräche mit möglichen Kandidaten seien bereits geführt, Vorarbeiten geleistet. Zum Thema Windenergie ist ebenfalls eine öffentliche Veranstaltung geplant. Und schließlich soll nach den Sommerferien eine Jugendgruppe ins Leben gerufen werden, die sich projektbezogen mit ökologischen und politischen Themen auseinandersetzt. Es sei Ziel der ULB, so Müller, Jugendliche für den Verein zu begeistern und jüngere Mitglieder heranzuziehen.
Zehn Jahre gibt es die Umweltliste mittlerweile in Breisach. Müller nahm dies zum Anlaß, das vergangene Jahrzehnt etwas näher zu beleuchten. So sei es der ULB zu verdanken, daß die Müllverbrennungsanlage nicht in Breisach gebaut wurde. Mit Erfolg sei damals eine Bürgerinitiative initiiert worden. In jüngerer Zeit habe die ULB vor allem dazu beigetragen, das Geschichtsgedächtnis der Bürger wieder etwas anzukurbeln. Müller nannte als Beispiele die Umbenennung des Synagogenplatzes und die Gedenkfeier zum 60. Jahrestag der Reichspogromnacht. Beides sei auf Anfrage der ULB zustande gekommen.
Auch in den Bereichen Soziales und Naturschutz habe sich etwas bewegt, aber nicht alles sei erreicht worden. Und auch in der Verkehrspolitik sei trotz einiger Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr (beispielsweise besserer Takt bei der Breisgau-S-Bahn, Sammeltaxi) kein Wandel in Sicht. Die Autofixiertheit der Gesellschaft reiche bis in grüne Lager.
Im Mittelpunkt der Versammlung der Breisacher Umweltliste standen auch Wahlen. So hat Jürgen Franzen bekanntlich aus beruflichen Gründen seinen Vorsitz nach fünf Jahren abgegeben. Damit sei dem Verein der Boden unter den Füßen weggezogen worden, sagte Lothar Ladage als Franzens Stellvertreter. Da Franzen zahlreiche Aktivitäten im Verein angekurbelt habe, müsse nach dessen Rücktritt von einer Lähmung gesprochen werden. Die Infrastruktur gelte es deshalb neu aufzubauen, über die Umverteilung der Aufgaben nachzudenken.
Gerd Müller wird nun künftig als Vorsitzender die ULB führen, Lothar Ladage wird ihm weiterhin als Stellvertreter zur Seite stehen. Kassierer bleibt Franz Aiple, und Schriftführerin ist weiterhin Martina Klein. Neuer Beisitzer ist Wolfgang Böhler, der August Ott auf dessen eigenen Wunsch hin abgelöst hat.
Franzen beleuchtete kurz seine Zeit als Vorsitzender. In diesem Amt, das er gerne behalten hätte, habe er sehr viel gelernt, was ihn auch beruflich weiterbringe. Mit Respekt betrachte er die Arbeit der Fraktionsmitglieder, die sehr viel Zeitaufwand bedeute, sich jedoch nicht ohne eine Portion Wahnsinn bewältigen lasse.
Breisach
11. Oktober 2000
„Ich sehe nichts, was tatsächlich gegen die regelmäßigen Flutungen sprechen würde“, sagte Ulrike Pfarr von der Gewässerdirektion südlicher Oberrhein/Hochrhein in ihrem Vortrag, in dem sie Sinn und Nutzen der Flutungen zu erklären suchte.
Unstrittig, hieß es da, sei die Notwendigkeit eines verbesserten Hochwasserschutzes am nördlichen Oberrhein. Dieser sei ohne die ökologischen Flutungen jedoch nicht zu haben. Eine Flutung der Retentionsräume zum Hochwasserschutz alle zehn bis 20 Jahre würde den Wald in den Rückhalteräumen nachhaltig schädigen. Das Ökosystem müsste deshalb durch regelmäßige Flutungen an die neuen, feuchteren Bedingungen gewöhnt werden. Dies würde zugleich eine Aufwertung des Naturraumes in Richtung Auenwald mit sich bringen. Negative Auswirkungen seien nicht zu befürchten. Das Beispiel der Polder Altenheim südlich von Kehl, in denen bereits seit 1989 probeweise Ökoflutungen stattfinden, würde dies beweisen.
Die Bedenken zahlreicher Zuhörer waren damit jedoch keineswegs ausgeräumt. Sie argumentieren, dass der Breisacher Rheinwald – immerhin ein Naherholungsgebiet erster Klasse – für viele Tage im Jahr nicht begehbar sei. Auch wurde die Notwendigkeit der Ökoflutungen grundsätzlich in Abrede gestellt. Zum einen seien die tatsächlichen Retentionsfälle so selten, dass der Wald diese angesichts der langen Erholungsphasen einigermaßen unbeschadet überstehen könnte. Zum anderen würden verschiedene Tier- und Pflanzenarten durch die regelmäßigen Flutungen verdrängt werden.
Sie befürchten, dass – trotz der vorgesehenen Brunnengalerien, mit deren Hilfe das Grundwasser niedrig gehalten werden soll – neben den Poldern möglicherweise auch ihre Häuser geflutet werden könnten. Dieses Argument wird von der Gewässerdirektion durchaus ernst genommen. Ulrike Pfarr versicherte deshalb, dass die Sicherheit der Bevölkerung bei den Planungen stets oberste Priorität gehabt habe.
Schließlich befürchten nicht wenige Breisacher eine Zunahme der Schnaken, wenn erst einmal weite Teile des Rheinwaldes an mehr oder weniger vielen Tagen im Jahr unter Wasser stehen. Auch dieses Argument ist nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen. Allerdings gäbe es, so Ulrike Pfarr, biologische Bekämpfungsmethoden, mit denen die Schnakenplage auf dem heutigen Niveau gehalten werden könne. Auch hier seien in Altenheim sehr gute Erfahrungen gemacht worden.
Obwohl die Veranstaltung bei den Gegnern der Ökoflutungen wohl kaum einen Sinneswandel bewirken konnte, so hat sie doch zumindest einen sachlichen Austausch der unterschiedlichen Argumente und Standpunkte gebracht. In der bislang oft sehr emotional geführten Diskussion ist dies nicht wenig.
20. Juli 2000
Derzeit wird freilich noch in manchem Gemeinderat heftig um die Überflutungszonen gestritten. Gemeinden wie Hartheim oder Neuenburg, deren Gemarkungsgrenze sich über lange Strecken mit dem Rhein deckt, fühlen sich benachteiligt: Übermäßig groß sei der Anteil an Flutbecken, den sie bereitstellen müssten, damit viel weiter unten am Rhein die Überschwemmungsgefahr bei Hochwasser verringert wird.
Solche Argumente veranlassen Othmar Huppmann von der Gewässerdirektion Südlicher Oberrhein, von „egoistischen Interessen der Gemeinden“ zu sprechen. Dennoch ist er guter Hoffnung, mit dem Ausbauprogramm für neue Rheinauenwälder fristgerecht hinzukommen, auch wenn sich der Widerstand in einzelnen Kommunen gegenwärtig formiere.
Was die Naturschützer zufrieden stimmt: Ihre Befürchtung, es würde tatsächlich stur ein 90 Meter breiter Streifen am deutschen Rheinufer zwischen Weil am Rhein und Breisach so weit ausgebaggert, dass bei Hochwasser rein rechnerisch genügend Stauraum vorhanden ist, wurde längst ausgeräumt. Wie Huppmann erklärt, seien alle Uferzonen, wo sich schützenswerte Vegetation und seltene Biotope, aber auch wichtige Naherholungsbereiche befinden als „Tabuzonen“ aus der Planung herausgenommen worden.
Um trotzdem das Ziel zu erreichen, nämlich künftig 25 Millionen Kubikmeter Rheinhochwasser in diesem Flussabschnitt auffangen zu können, musste nach Ersatzflächen gesucht werden. Deshalb gehören heute naturferne Wälder, Wiesen und Baggerseen zum Teil weit jenseits des 90-Meter-Streifens zu den Flächen, wo einmal naturnahe Auenwälder wachsen sollen, die der Rhein bei größeren Hochwasserständen bis maximal 65 Tage überfluten kann – so wie es vor Tulla in einem weit größeren Ausmaß der Fall gewesen ist.
Für die Planer ist daraus ein neues Problem entstanden: Diese Ersatzgebiete gehören nämlich nicht mehr Bund und Land, sondern vielfach den benachbarten Gemeinden und privaten Eigentümern. Ihnen stehen deshalb schwierige Verhandlungen bevor, zumal wenn es sich auch um landwirtschaftlich genutzte Flächen handelt. Denn Auenwälder werden nur dann Auenwälder, wenn sie regelmäßig geflutet werden – und das verträgt sich nicht mit Ackerbau.
Durch die Rheinbegradigung im 19. Jahrhundert und vor allem auch durch den Ausbau in diesem Jahrhundert und die dadurch ausgelöste verstärkte Erosion hat sich der Fluss nicht nur ein immer tieferes Bett gegraben, es ist auch abhängig davon der Grundwasserpegel am Oberrhein kontinuierlich gesunken. Eben dies hatte auch das Ende der früher ausgedehnten feuchten Auenwälder des Rheins bedeutet: Ihre Wurzeln erreichten das nun weit unter der Kiesschicht liegende Wasser nicht mehr. Indem die Randzonen ausgebaggert werden – die dabei anfallenden 30 Millionen Kubikmeter Kies sind dabei ein Problem, das in Abstimmung mit den Kiesgrubenbetreibern gelöst werden soll –, soll die Bodenoberfläche nur noch knapp über dem Grundwasser liegen. Zusammen mit den Überschwemmungen des Rheins könnten so Bedingungen geschaffen werden, die über mehrere Entwicklungsstufen die Rückkehr der Auenwälder erlauben.
Denn erst mit einem Baumbestand, wie er sich beispielsweise im Taubergießen erhalten hat, werden die Überflutungszonen zu echten Rückhaltebecken. Erst dann können sie effektvoll die Hochwasserspitzen brechen, die stromabwärts sonst Überschwemmungskatastrophen auslösen. Und zugleich bieten diese feuchten Uferbereiche einen Lebensraum für Flora und Fauna, wie er am südlichen Oberrhein nur mehr selten anzutreffen ist.
27. Juli 1999
Beide Flüsse, der Rhein und die Isar, ähneln sich darin, daß sie zu Beginn des Jahrhunderts stark von Menschenhand verändert worden sind. Während der Rhein weitgehend in den Seitenkanal gezwängt wurde, erging es der Isar noch um einiges schlimmer: Ihr Wasser wurde nahezu komplett in den Walchensee geleitet; fast ihr gesamtes Flußbett fiel trocken. Auf den weitgehend vegetationslosen Kiesbänken siedelten sich zum Teil sehr seltene Tiere und Pflanzen an.
Ähnliches passierte am Oberrhein: Nachdem der Grundwasserspiegel gesenkt und Deiche gebaut wurden, trocknete die ehemalige Feuchtau aus. Seit 1990 wird nun wieder Wasser ins Flußbett der Isar zurückgeleitet. Mit dem Wasser kehrte auch schnell eine reichhaltige Flora zurück, die sich heute je nach Art der Überflutung verschiedenartig entwickelt.
Allerdings ergeben sich aus dem Pflanzenwachstum auch Probleme. Das Gleichgewicht der Natur ist gestört, und im Moment wuchern an der Isar mehr freie Flächen zu, als der Fluß neue schaffen kann. Wie gut dieses Gleichgewicht austariert werden kann, ist wohl mit ein Gradmesser für den Erfolg des geplanten Hochwasserschutzes am Oberrhein, der im Rahmen des sogenannten Integrierten Rheinprogramms verwirklicht werden soll.
Indes herrschen nicht überall am Rhein die gleichen Verhältnisse, wenn auch hier die Bedingungen günstiger seien als an der Isar, so Huppmann. Bringt der Rhein zuviel Feinmaterial, ist ein monotoner und nicht unbedingt durch einheimische Arten dominierter Pflanzenbestand zu erwarten. Ist seine Erosionskraft zu groß, wird er immer wieder die entstehende Pflanzendecke wegreißen ein Auenwald hat so keine Chance zu wachsen. Damit eine Au gedeihen kann, ist es nach Ansicht von Ulrike Pfarr, bei der Gewässerdirektion zuständig für die Ökologie, wichtig, daß die gefluteten Bereiche an die natürlichen Hochwasserabläufe angeschlossen werden und die Restwassermenge im Altrhein auf Dauer angehoben wird, um so die nötige Durchflußdynamik zu erreichen.
In Andreas Dittrich von der Abteilung Wasserbau der Universität Karlsruhe glaubt die Gewässerdirektion einen führenden Spezialisten zur Lösung des Problems gefunden zu haben. Gemeinsam mit den Experten des INL soll er an ausgewählten Stellen Wasser in den Rheinwald leiten, um die Abflußgeschwindigkeiten zu messen. Huppmann erhofft sich davon natürliche Daten, mit denen die Berechnungsmodelle geeicht werden könnten. Nördlich von Neuenburg sollen die Arbeiten beginnen. Nach den bisherigen Plänen der Gewässerdirektion wird dort Mitte des nächsten Jahrzehnts zunächst die Entstehung eines primären Auenwalds eingeleitet. Dabei sollen auch bereits vorhandene Rheinzuflüsse wie die Kander und mehrere kleinere Bäche miteinbezogen werden, um die nötige Dynamik zu erzielen.
Nach und nach wird dieses Gebiet dann dem Hochwasser des Rheins ausgesetzt. Erst wenn die nötige Vegetation Experten rechnen mit einem Silberweiden- und Schwarzpappelwald vorhanden ist, wird die neue Au vollständig für die Hochwassermassen geöffnet. Dann bleibt zu hoffen, daß sich die Modellvorstellungen bewahrheiten und der Rhein sich ein ausgeprägt vielfältiges Flußbild schaffen wird.
Bei einer funktionierenden Dynamik entsteht ein buntes Mosaik von Lebensräumen von extrem trockenen bis hin zu extrem feuchten Biotopen. Die Planer rechnen mit einer deutlichen Zunahme der Artenvielfalt. Dennoch müssen am Oberrhein aber auch Teile des jetzigen Trockenau ausgespart werden, da sie sich durch einen überregional bedeutsamen Bestand an trockenliebenden Arten auszeichnen.
Ein ganz anderes Problem sehen manche Bürgermeister der am südlichen Oberrhein liegenden Gemeinden: Sie fürchten um ihre Naherholungsgebiete. Wenn auch, wie ihre Kollegen aus den Isarorten Krünn und Wallgau belegen, eine schöne Wildstromau durchaus auch Touristen anlocken könne, so befürchten einige der Rathauschefs wild wuchernde und unaufgeräumt aussehende Landschaften. Vor allem, weil der Rhein bei Hochwasser jede Menge Plastikmüll und Treibgut transportiert, das in Bäumen und Büschen hängenbleibt, wenn das Wasser wieder abfließt.
Breisach wird davon allerdings nur in geringem Maße betroffen sein. Denn am 90-Meter-Streifen ist die Münsterstadt nur mit wenigen Hektar an der Grenze zu Hartheim beteiligt. Allerdings müßte laut Bürgermeister Alfred Vonarb auch ein Teil des Breisacher Rheinwalds ökologisch geflutet werden, um die Polder oberhalb rückhaltefähig zu machen. Er habe aber den Eindruck, daß die Natur sehr wohl imstande sei, solche Flächen wieder mit Bewuchs zu versehen, sagte Vonarb.
14. Mai 1999
Allerdings trifft das staatliche Hochbauamt in diesem Fall wohl keine Schuld. Von der Bundesvermögensverwaltung nach wie vor Eigentümerin des Kasernenareals waren die betreffenden Hallen bereits im Vorfeld an private Nutzer verkauft worden. Von diesen wurden sie dann in eigener Regie ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen demontiert. Das Hochbauamt war laut Wohlfarth mit dem Abbruch der Blechhallen überhaupt nicht befaßt.
Damit künftig solche Dinge vermieden werden, wird ein Umweltbüro die weiteren Abriß- und Rückbauarbeiten gutachterlich begleiten. Alle Altlasten im Bereich der betroffenen Häuser, Werkstätten und Tankstellen werden akribisch erfaßt. Danach wird ein Entsorgungskonzept erarbeitet. Nach Beendigung eines Abrisses werden weitere Bodenuntersuchungen unternommen, um genaue Informationen über den Zustand des Geländes zu gewinnen.
Auf eine solche Beweissicherung war von der Stadt größter Wert gelegt worden. Bei all dem, versicherte Hans-Jürgen Wohlfarth, werde die Stadt künftig über die Arbeiten in jeder Phase umfassend auf dem laufenden gehalten. Seitens der Stadtverwaltung äußerten sich der Umweltbeauftragte Willi Hennig und Florian Herth vom Bauamt zuversichtlich, daß die Altlasten auf dem Kasernengelände im Zuge der weiteren Abrißarbeiten nunmehr sorgfältig und umweltgerecht entsorgt werden.
Unterdessen bereitet sich Bürgermeister Alfred Vonarb auf die Kaufverhandlungen mit dem Bund vor. In einer Verhandlungsrunde am 31. Mai soll es zu einer ersten Annäherung zwischen Stadt und Oberfinanzdirektion kommen. Bislang steht dem Angebot der Stadt in Höhe von 12,6 Millionen Mark eine Forderung des Bundes über 30 Millionen Mark gegenüber, wie Vonarb bei der Bürgerversammlung berichtete. Da eine sofortigen Einigung unwahrscheinlich sei, ist für Ende Juni eine weitere Verhandlungsrunde geplant.
12. Juni 1999
Gerd Müller vom Vorstand von Vamos berichtete, daß das Netz der Organisationen, die in Südbaden Autos gemeinsam nutzen, immer dichter wird; sie sind im Car-Sharing-Verbund Südbaden zusammengeschlossen. In fast jedem größeren Ort stehen ein oder mehrere Vereinsautos, die zu den in etwa gleichen Bedingungen von allen Mitgliedern des Verbundes einfach und bequem gebucht und benutzt werden können. Auch aus diesem Grund werde Autoteilen immer attraktiver.
Nach den Berichten wurde die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit des Vorstandes gebilligt und die Vorstandsmitglieder in ihrem Amt bestätigt. Die neue Tarifstruktur wurde gleich in Euro festgelegt. In einem Ausblick wurde auf die Möglichkeit hingewiesen, den Tourismus als zweites Standbein zu entwikeln, wie es in anderen Orten schon modellhaft versucht wird. Dies könne ein Beitrag des Vereins sein, den sanften Tourismus in Breisach zu unterstützen. Hier will man allerdings noch den Abschluß von Vorarbeiten durch den Car-sharing-Verbund abwarten.
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