Protokoll Nr. 05
über die öffentliche
Sitzung des Gemeinderats
am 16.05.2006 im
Bürgersaal
des Rathauses in
Breisach am Rhein
Teilnehmer:
Als Vorsitzender: Bürgermeister Vonarb
Die Stadträte: Baldus Stephanie
Bercher Peter
Binz
Andreas
Dr. Breitenfeldt Petra
Czemerys
Günter
Fischer
Andreas
Gnädinger
Rudolf
Hintereck Wendelin
Ingenhoven
Willi
Jäger
Gerold
Jungel
Bernd
Köbele
Ruth
Kreutner
Frank
Leber
Jörg
Mack
Monika
Maier-Hänle
Ulrike
Menges
Lothar
Müller
Gerd
Schneider
Werner
Schäfer
Thomas
Siegel
Anton
Singler
Andreas
Wiedensohler
Imogen
Zimmermann
Reiner
Entschuldigt: Fleig Andreas
Dr.
Groh Rüdiger
Von der Verwaltung: Ortsvorsteher Bernhard
Kiefer
Ortsvorsteher
Walther Ziegler
Beigeordneter Oliver Rein
Stadtkämmerer
Konrad Schanno
Stadtbauoberrat
Horst Wolf
Dipl.
Ing. Stefan Baum
Stadtoberamtsrat
Harald Bitzenhofer (Protokoll)
Beginn der Sitzung: 18.30 Uhr
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TOP. 1) Frageviertelstunde
für Einwohner
Frau Oberkirch bedankte sich bei
Herrn Bürgermeister Vonarb für dessen Amtsführung und überreichte ihm zum Dank
einen Blumenstrauß.
Ebenso dankte Herr Lothar Neumann
Herrn Vonarb für die stets gute Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative und den
Breisacher Vereinen.
Herr Zimmer führte vermeidliche
verfahrenstechnische und inhaltliche Fehler im Bebauungsplanverfahren
Hochzeitsacker an. Bürgermeister Vonarb verwies auf das formelle Verfahren
sowie die eingeholten Gutachten.
TOP. 2) Bekanntgabe
der Beschlüsse der nichtöffentlichen Gemeinderatsitzung vom 11.04.2006
Beigeordneter Rein gab gemäß § 35 Abs. 1
Gemeindeordnung bekannt, dass der Gemeinderat in seiner nichtöffentlichen Sitzung
vom 11.04.2006 der Niederschlagung von Gemeindesteuerforderungen und der
Verlängerung einer Stundung zugestimmt hat.
TOP. 3) Bebauungsplan Hochzeitsacker in Breisach am Rhein
- Offenlagebeschluss
Der Projektentwickler und Investor, die Firma BHL Wohnen GmbH Karlsruhe, beabsichtigt
die bauliche Verwertung des privaten Grundstückes in der Kandel-
bzw. Halbmondstraße. Das Planungskonzept geht von einer
gestaffelten Höhenentwicklung aus. Insgesamt sollen 32 Wohneinheiten in 12 Einfamilienhäuser
und 20 Eigentumswohnungen in 3 Geschosswohnbaukörpern in einheitlicher Bauweise
vom Vorhabensträger gebaut werden. Mit der Planung von begrünten Flachdächern
wird eine eigene städtebauliche Entwicklung geprägt. Bürgermeister Vonarb
verwies auf die bisherigen Beratungen im Gemeinderat und im Technischen
Ausschuss. Hinsichtlich der Verdichtung wurden die bei Einfamilienhäuser
übliche Grund- und Geschossflächenzahlen eingehalten. Die Vorgabe einer
Höhenentwicklung der Höhenlinie der angrenzenden badenova wurde eingehalten.
Die ursprünglich geplante Versickerungsfläche wurde zugunsten eines Kinderspielplatzes
aufgegeben. Der Kinderspielplatz soll jedoch nicht mit Geräten ausgebaut
werden. Stadtplaner Stefan Baum hat die Entfernungen zu den Bolzplätzen bei der
katholischen Kirche und bei der Breisgauhalle geprüft. Die ermittelten
Entfernungen mit ca. 300 / 500 Meter sind zumutbar. Im angrenzenden Gebiet Im
Gelbstein könnte darüber hinaus ein weiterer Bolzplatz zugelassen werden.
Stadtrat Günter Czemerys stimmt nach intensiver
interner Diskussion für die CDU-Fraktion zu. Die geplante Bauweise beinhaltet
sehr viel Grünfläche, sodass die Attraktivität erhöht und ein guter Beitrag zur
Stadtentwicklung gegeben ist.
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Willi Ingenhoven stellt dar, dass innerhalb der
SPD-Fraktion keine geschlossene Auffassung erzielt werden konnte. Die Fraktion
war sich in Bezug auf die Notwendigkeit einig, jedoch nicht über die Bauweise
mit Flachdächern.
Stadtrat Gerd Müller (ULB) hält
die Bebauung dieser Fläche für notwendig. Aus städtebaulicher Sicht lehnt er
jedoch die geplante Verdichtung ab. Er hält die Planung für nicht
familiengerecht, da insbesondere für Kinder im Alter von 7 bis 12 kein Freiraum
gewährt wird. Konflikte zwischen den Bewohnern sieht er vorbestimmt. Die Stadt Breisach
muss aus seiner Sicht Familien günstigen Wohnraum, aber auch das Gefühl in
Breisach willkommen zu sein, bieten. Städtebaulich sollte sich die Gestaltung
dieses Gebietes besser an die angrenzende Halbmondstraße einfügen.
Bürgermeister Vonarb weist darauf
hin, das man hinsichtlich der Grundstücksgrößen
selbstverständlich unterschiedlicher Ansicht sein kann. Er wies jedoch die
Kritik zurück, dass sich das Gebiet an städtebaulichen Regularien
der Halbmondstraße halten soll, da es sich hier um ein eigenes abgeschlossenes
Wohngebiet handelt.
Stadtrat Werner Schneider (FDP/FWB) begrüßt
grundsätzlich die Schließung dieser Baulücke. Er weißt darauf hin, dass ein
Einfügen in die städtebauliche Gestaltung der Halbmondstraße sehr schwierig
ist. Positiv zu bewerten ist, dass der Investor einige Einsprüche der
unmittelbaren Nachbarn in die Planung einbezogen hat. In Hinblick auch die
Errichtung eines Bolzplatzes weist er auch darauf hin, dass es hierdurch auch
für die Anwohner zu Problemen kommen kann.
Beschluss (17 Ja-Stimmen, 8 Nein-Stimmen)
Der Gemeinderat stimmt der Bauweise wie folgt zu:
a. eingeschossige
Bebauung mit Flachdach, mit zusätzlicher Aufstockung in Foprm eines Würfels
mit rd 50 m²,
b. Zulassung
eines vierten Staffelgeschosses bis zu einer Baukörperhöhe bis zu einer Höhe
von 12 Metern an der Kandelstraße für das Gebäude C.
Beschluss (21 Ja-Stimmen, 3 Nein-Stimmen,
1 Enthaltung)
Der Gemeinderat stimmt der
Offenlage des Bebauungsplanentwurfes zu. Gleichzeitig erhebt er die
vorgeschlagenen Beurteilungen und Anregungen, Bedenken und Stellungnahmen zum
Beschluss.
TOP. 4) Vorhabensbezogener
Bebauungsplan „Wohnpark Kandelhof“
- Offenlagebeschluss -
Der Bebauungsplan Wohnpark Kandelhof bezweckt die Umwandlung des ehemaligen Wisigeländes in eine wohnwirtschaftliche Nutzung. Als verantwortlicher
Projektentwickler und als neuer Grundstückseigentümer ist die Firma SÜBA Bauen-
und Wohnen Karlsruhe GmbH befasst. Im
Rahmen der vorgezogenen Bürgerbeteiligungen wurde das Plankonzept in einer
öffentlichen Veranstaltung vorgestellt. Dem Bebauungsplan stehen keine
grundsätzlichen städtebaulichen- und planrechtlichen Bedenken entgegen.
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4 –
Planungsziel der Umwandlung der
bisherigen Industriebrache ist ein homogenes, in sich schlüssiges Wohngebiet.
Die bauliche Ausnutzung orientiert sich an den zulässigen Werten eines
bauordnungsrechtlichen Ausnutzungsgrades und die städtebauliche Gestaltung
lässt ein harmonisch abgestimmtes Stadtbild im direkten Einmündungsbereich der
Stadteinfahrt Mitte erkennen.
Stadtrat Jörg Leber erklärte für
die CDU-Fraktion, dass mit der Planung eine Aufwertung der städtebaulichen
Situation in diesem Bereich erreicht worden ist.
Willi Ingenhoven SPD-Fraktion erklärte einstimmige
Zustimmung der SPD-Fraktion. Bedenken äußerte er, hinsichtlich der kommenden starken Belastung
auf die Verkehrssituation um den Bereich der Kandelstraße.
Daher schlägt er vor, für diesen Bereich eine Gesamtverkehrskonzeption zu erarbeiten.
Stadtrat Andreas Fischer erklärte
für die FDP/FWB Fraktion uneingeschränkte Zustimmung.
Stadtrat Gerd Müller (ULB-Fraktion) stellte zunächst
fest, dass die Anregungen der ULB-Fraktion in Bezug auf Veränderung der
Zufahrtsmöglichkeit bzw. Schaffung von aktivem Lärmschutz berücksichtigt worden
sind. Problematisch hält er die geplante Ausrichtung der Dächer. Eine
solartechnische Nutzung ist damit weitgehend ausgeschlossen. Bürgermeister
Vonarb entgegnete diesem Einwand, dass dann die gesamte Konzeption vollkommen geändert
werden müsste. Die Firma SÜBA hat die Vorgabe, flächenschonendes Bauen, mit
dieser Planung umgesetzt. In wie weit einzelne Dachausrichtungen noch gedreht
werden können, müsste geprüft werden.
Rainer Zimmermann (SPD-Fraktion)
stimmte dem Anliegen von Stadtrat Gerd Müller zu. Auch er kann nicht
akzeptieren, dass die Planung eine Umsetzung von Solartechnik nicht ermöglicht.
Er stellt daher den Antrag auf Vertagung dieses Tagesordnungspunktes.
Bürgermeister Vonarb sichert zu,
die Angelegenheit mit der Firma SÜBA nochmals zu prüfen. Dieser
Tagesordnungspunkt soll dann erneut im Technischen Ausschuss zur Vorberatung
vorgelegt werden. Bis dahin wird die Entscheidung zurückgestellt.
TOP. 5) 1. Änderung der Satzung über die
Benutzung von Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkünften
Die Satzung über die Benutzung von Obdachlosen- und
Flüchtlingsunterkünften ist mit einem Verbot für die Verwendung von offenem
Feuer durch Gaskoch u.ä. zu ergänzen. Damit erhält der Hausmeister der
Unterkünfte auch eine entsprechende Eingriffsgrundlage. Grund für diese
Satzungsänderung waren mehrere Vorfälle mit offener Flamme durch Gaskocher und
Brennspiritus.
Beschluss
(einstimmig 25:0:0)
Der Gemeinderat stimmt der dieser Niederschrift
beigefügten 1. Änderung der Satzung über die Benutzung von Obdachlosen- und
Flüchtlingsunterkünften zu.
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TOP.6) Regionalgesellschaft im Kaiserstuhl
Auf der Grundlage der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung des Plenum Fördergebiet Naturgarten
Kaiserstuhl haben die dort beteiligten Gemeinden zusammen mit den Vertretern
der Weinwirtschaft, dem BLHV, der Gastronomie und des Tourismus, sowie mit dem
Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald vereinbart, eine Regionalgesellschaft zu
gründen mit der Zielsetzung, die ganzheitliche Entwicklung des Wirtschafts-
Natur- und Kulturraums Kaiserstuhl voranzutreiben. In mehreren Verhandlungen
zwischen den Beteiligten ist ein Gesellschaftsvertrag erarbeitet worden, der am
19.05.2006 mittels eines Notartermins geschlossen werden soll. Nach § 4 dieses
Gesellschaftsvertrages ist vorgesehen, dass die beteiligten Gemeinden jeweils
ein Geschäftsanteil von 2.000 Euro zeichnen. Außerdem
wird der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Gesellschafter werden. Für die Finanzierung
des laufenden Geschäftsbetriebes sollen im Geschäftsjahr 2007 weitere
Zuzahlungen in der gleichen Größenordnung wie der jeweilige Geschäftsanteil von
den Gesellschaftern erbracht werden. Ziel ist durch eigene Aktivitäten der
Gesellschaft Einnahmen zu erzielen um diese Zuzahlungen auf Dauer zu vermindern bzw. zu vermeiden.
Bürgermeister Vonarb vertrat die Ansicht, dass das Projekt 2007 nochmals zu
überprüfen ist. Er geht davon aus, dass sich dieses zu mindestens anfangs nicht
in vollen Umfang refinanziert, sondern Anlaufzeit braucht.
Stadtrat Peter Bercher (CDU
Fraktion) hält die Schaffung einer Dachmarke für den Kaiserstuhl für notwendig.
Um ein positives Ergebnis erzielen zu können muss jedoch entsprechende Unterstützung
da sein.
Stadtrat Rainer Zimmermann (SPD) weist darauf hin, dass Breisach darüber
hinaus auch am Tuniberg aktiv sein muss und dieses Gebiet nicht von der
Entwicklung abgekoppelt werden darf. Bürgermeister Vonarb wies darauf hin, dass
eine Vermischung in diesem Fall sehr schwierig sein würde, die Einbindung des Tunibergs wird im Augenblick eher contraproduktiv
angesehen.
Ortsvorsteher Kiefer weist darauf
hin, dass die Ortsteile Oberrimsingen und Niederrimsingen im Tuniberg-Wein e.V. bereits intensiv im Marketingbereich
tätig sind.
Beschluss
(einstimmig 25:0:0)
Der Gemeinderat stimmt dem
Beitritt zur Regionalgesellschaft im Kaiserstuhl bei und ermächtigt die
Verwaltung den Gesellschaftsvertrag entsprechend dem Entwurf vom 20.04.2006
abzuschließen.
TOP. 7) Arbeitsvergabe Erschließungsarbeiten
Munzinger Weg II.BA
im
Stadtteil Niederrimsingen
Bürgermeister Vonarb bezog sich auf die Beratungsunterlage.
Auf Grund des großen Bedarfs an Wohneigentum sollte der II. Bauabschnitt des
Neubaugebietes „Munzinger Weg“ durchgeführt werden. Die Submission ergab als
preisgünstigste Anbieterfirma die Firma Amann,
Sasbach, mit 289.624,39 Euro. Baubeginn ist am 19.06.2006. Das Bauende ist auf Mitte Oktober 2006
vorgesehen. Im Haushaltsplan 2006 sind keine finanziellen Mittel eingeplant.
Die Finanzierung erfolgt als außerplanmäßige Ausgabe, welche durch den Verkauf
der Grundstücke gedeckt ist. Eine Nachtragshaushaltssatzung ist nicht
erforderlich.
- 6 –
Beschluss
(einstimmig 25:0:0)
Der Gemeinderat stimmt der
außerplanmäßigen Ausgabe mit Deckung über den Grundstücksverkauf einstimmig zu
und vergibt die Erschließungsarbeiten für das Neubaugebiet Munzinger Weg II.BA
an die preisgünstigste Anbieterfirma Amann in Sasbach
zum Angebotspreis von 289.624,39 Euro.
TOP.
8) Verschiedenes
- Stadtrat Lothar Menges gibt bekannt, dass
der SPD-Ortsverein der TRAS beigetreten ist.
- Stadtrat Willi Ingenhoven wies auf die
mangelhafte Verkehrslenkung auf dem Parkplatz vor den Einkaufszentren Lidl und
Aldi hin. Die Verwaltung wird versuchen, auf die Betreiber einzuwirken.
- Stadtrat Frank Kreutner äußerte sich
erschrocken über die Art der Spiele der abgehaltenen LAN-Party.
Schluss der Sitzung: 19.45 Uhr
Zur Beurkundung
Gemeinderäte: Der
Bürgermeister:
Der
Protokollführer: