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14.3.2009

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                                           Protokoll Nr. 02

 

                    über die öffentliche Sitzung des Gemeinderats

                                 am 17.02.2009 im Bürgersaal

                                       in Breisach am Rhein

                

Teilnehmer:

 

als Vorsitzender                        Bürgermeister Oliver Rein

 

die Stadträte:                             Bercher Peter

                                                  Binz Andreas

                                                  Dr. Breitenfeldt Petra

                                                  Czemerys Günter

                                                  Dewaldt Freddo

                                                  Fischer Andreas

                                                  Fleig Andreas

                                                  Gnädinger Rudolf

                                                  Hintereck Wendelin

                                                  Ingenhoven Willi

                                                  Jäger Gerold           

                                                  Köbele Ruth

Kreutner Frank

Kuhn Barbara

Leber Jörg  

Mack Monika

                                                  Maier-Hänle Ulrike

                                                  Menges Lothar

Müller Gerd

Schäfer Thomas

Schneider Werner

Siebenhaar Roman

Siegel Anton

Singler Andreas

Wiedensohler Imogen

Zimmermann Reiner

 

 

 

Ortsvorsteher:                           Kiefer Bernhard, Oberrimsingen

                                                  Ziegler Walther, Gündlingen

 

Von der Verwaltung:                  Stadtkämmerer Konrad Schanno

                                                  Oberamtsrat Harald Bitzenhofer

                                                  Leiter Tiefbauamt Siegmar Geisert

                                                  Dipl.-Ing. Stefan Baum und

                                                  Protokollführerin Evelyne Dizien-Richarz

 

                                                           

Beginn der Sitzung:  18.30 Uhr 


- 2 -

 

TOP. 1)      Frageviertelstunde für Einwohner

 

                   Aus dem Zuhörerkreis erfolgen keine Wortmeldungen.

 

TOP. 2)     Bekanntgabe der Beschlüsse der nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung vom 20.01.2009

 

                   Gemäß § 35 Abs. 1 GemO wird bekanntgegeben, dass der Gemein­derat in sei­ner nicht­öffentli­chen Sitzung vom 20.01.2009

 

                  -  dem Kauf des Grundstücks in der Muggensturmstraße Flst.-Nr. 288 zugestimmt hat.

 

TOP. 3)      Übernahme der Krabbelstube Breisach in städtische Trägerschaft

 

                  Bürgermeister Rein führt in das Thema ein. Seit dem Jahr 2000 betreibt der Tageselternverein e.V. eine Kleinkindbetreuung. Die Betreuung wurde zunächst in den Räumlichkeiten in der Kettengasse 5 vorgenommen. Seit 01.09.2002 wurden adäquate Räumlichkeiten im Deutsch-Französischen Kindergarten St. Josef geschaffen. Die Krabbelstube betreut derzeit 42 Kinder mit 6 Erzieherinnen. Finanziell konnte der Tageselternverein jährlich eine ausgeglichene Abrechnung vorlegen. Die Stadt Breisach am Rhein hat bislang die Einrichtung durch Überlassung der Räumlichkeiten sowie durch einen Zuschuss in Höhe von 20.000 € gefördert. Darüber hinaus wurden administrative Aufgaben übernommen im Bereich der Lohnbuchhaltung, Genehmigungsverfahren und Zuschussanträge.

 

                  Der bisherige Vorstand unter der Leitung von Frau Flora Hecklinger hat erklärt, dass er komplett ab der nächsten Generalversammlung des Vereins nicht mehr zur Verfügung steht. Trotz vielfachem Betreiben, auch mit Unterstützung der Stadtverwaltung, konnten keine Eltern dafür gewonnen werden, den Tageselternverein in der jetzigen Form weiter zu betreiben. In der Zwischenzeit wurden nun Eltern gefunden, welche den Tageselternverein unter der Voraussetzung weiter betreiben würden, wenn die Einrichtung der Krabbelgruppe hiervon losgelöst würde. Der Tageselternverein würde sich dann rein auf seine Aufgaben in der Tagesmuttervermittlung konzentrieren sowie als Förderverein für die Kleinkindbetreuung fungieren.

 

                  Die Stadt Breisach am Rhein kann auf die fast zu 100 % ausgelastete Einrichtung nicht verzichten. Dies zeigt sich insbesondere an der sehr hohen Auslastung dieser Einrichtung. Darüber hinaus ist die Krabbelstube mit ihren derzeit 42 Betreuungsplätzen enorm wichtig für die Abdeckung der Zielgröße von 35 % an Plätzen für die Kleinkindbetreuung, welche durch das Land vorgegeben wird.

 

                  Bürgermeister Rein dankt den bisherigen Verantwortlichen des Tageselternvereins für ihr großes Engagement. Sie seien seit der Gründerzeit der Einrichtung im Amt und haben hervorragende Arbeit geleistet. Die Krabbelstube sei nicht mehr aus Breisach wegzudecken. Die Trägerschaft ist eine Aufgabe, der die Stadt sehr gerne nachkomme.

 

                  Die Stadtverwaltung schlägt daher dem Gemeinderat vor, die Krabbelstube Breisach als städtische Einrichtung zu übernehmen. Die Verbindung zur sehr verdienstvollen Elterninitiative des Tageselternvereins e.V. soll auf Grund der Einfügung einer Satzungsänderung, welche den Tageselternverein als Förderverein für die Krabbelstube tituliert, gehalten werden.

 

                  Das bestehende Personal soll ausnahmslos ein Übernahmeangebot erhalten.

 

                  Stadträtin Dr. Petra Breitenfeldt lobt das Engagement des bisherigen Vorstands des Tageselternvereins. Sie habe Verständnis für die Entscheidung des Vorstands und freue sich, dass die Stadt nun für die Krabbelstube die Verantwortung übernimmt.

 

                  Für die CDU-Fraktion bedauert Stadträtin Monika Mack, dass die jungen Eltern dieses gesellschaftliche Engagement nicht mehr aufbringen wollen und spricht ebenfalls ein großes Lob an den bisherigen Vorstand aus. Ihre Fraktion stimme dem Beschluss zu.

 

                  Stadträte Lothar Menges (SPD) und Werner Schneider (FDP/FWB) stimmen ebenfalls zu.

 

                  Beschluss (einstimmig 27:0:0)

 

                  Der Gemeinderat der Stadt Breisach am Rhein stimmt einer Übernahme der Krabbelstube Breisach in städtische Trägerschaft zu.

 

 

TOP. 4)     Stellenbesetzung Straßensozialarbeit in der Stadt Breisach am Rhein

 

                  Wegen Befangenheit verlässt Stadtrat Willi Ingenhoven den Sitzungsraum.

 

                  Die Stadt Breisach am Rhein hat zum 01.01.1999 in Zusammenarbeit mit dem Christophoruswerk Oberrimsingen die Straßensozialarbeit in Breisach am Rhein eingeführt. Zielgruppe war zum damaligen Zeitpunkt die große Gruppe der Spätaussiedler. Die Straßensozialarbeit diente als Hilfe zur Eingliederung, für die Berufsberatung und Berufsförderung und stand für soziale Integration. Mit Hilfe von Einzelhilfegruppen und zahlreicher Projektarbeiten, Institutionskontakten und Kontakten zur Elternschaft entsprechend dem Leistungskatalog zur Integration von Spätaussiedlern und Russlanddeutschen konnten erhebliche Verbesserungen erzielt werden.

 

                  Die Arbeit des Straßensozialarbeiters hat sich im Laufe der Jahre auf alle Jugendlichen ausgedehnt, insbesondere bei der Hilfe der Lehrstellensuche, Schulschwierigkeiten, familiären Schwierigkeiten und Suchtproblemen dient die Straßensozialarbeit für Jugendliche, aber auch für Institutionen wie Polizei, Verwaltung und Schulsozialarbeit, Kreisjugendamt, als Kontaktstelle.

 

                  Die Zielsetzungen und die präventive Arbeit des Streetworkers wurde im Bericht über die mobile Jugendarbeit in der Verwaltungs- und Sozialausschuss-Sitzung vom 01.04.2008 ausgiebig dargelegt. Die Präsenz des Straßensozialarbeiters innerhalb des Stadtgebietes hat in vielen Fällen zu Verbesserungen geführt und Brennpunkte wie Schulhöfe, Marktplatz, Möhlinwiese, usw. beruhigt. Auch bei Großveranstaltungen wie Fastnacht, Weinfeste, etc. konnten erhebliche Verbesserungen beim Auftreten der Jugendlichen verzeichnet werden.

 

                  Da zunehmend auch Probleme in den Stadtteilen auftreten, wurden ab dem Jahr 2008 auch die Stadtteile Gündlingen und Niederrimsingen in das Einsatzgebiet aufgenommen. Auch hier haben sich durch Präsenz und präventive Maßnahmen bereits Verbesserungen in der Jugendarbeit eingestellt.

 

                  Derzeit besteht die Tätigkeit des Straßensozialarbeiters aus folgenden Bereichen:

 

                  1)  Verwaltung, ca. 9 %

                  Berichte über Arbeitsstunden, Stellungnahme für Jugendgerichtshilfe, Kontakte mit der Stadtverwaltung und sonstigen Schriftverkehr

 

             2)  Einzelhilfe, ca. 22 %

                  Arbeits- und Ausbildungsstellensuche, Schulkontakte, Beratung und Hilfe in Sozialkompetenzen, Hilfe in der Regelung von Finanzangelegenheiten, Organisation der Arbeitsstunden

 

                  3)  Gruppenarbeit, ca. 33 %

                  Training sozialer Kompetenzen an Schulen und in Vereinen, Feste, sportliche Aktionen, Filmprojekte zum Erlernen von Videoaufnahmen, Projekte mit Spätaussiedlern und Nichtspätaussiedler-Jugendliche.

 

                  4)  Kontaktsuche, ca. 19 %

                  In der Woche ca. 3 - 5 Stunden in Breisach vor Ort unterwegs, in der Regel zwischen 18.00 und 23.00 Uhr.

 

                  5)  Institutionskontakte, ca. 9 %

                  Zusammenarbeit mit Jugendzentrum, Polizei, Schulsozialarbeit, Caritas, Migrationsdienst und Berufspatenschaften, Sozialdienst der Diakonie, Berufskompetenz-Agentur

 

                  Wie bereits dargestellt, hat sich die ursprüngliche Arbeit der Straßensozialarbeit, Integration der Spätaussiedlergruppen, in den letzten Jahren vollständig verändert. Die Straßensozialarbeit ist längst Ansprechpartner für die gesamte Jugendarbeit der Stadt Breisach am Rhein. Der bisherige Umfang der Tätigkeit mit einer 75 % Stelle genügt daher nicht mehr dem heutigen Wirkungskreis. Daher schlägt die Verwaltung vor, die Arbeit der Straßensozialarbeit ab dem Jahr 2009 auf 1,0 Stellen zu erhöhen. Die bisherigen jährlichen Kosten in Höhe von rd. 35.500 € nach Abzug der Zuschüsse werden sich hierbei auf 50.000 € erhöhen.

 

                  Da der Streetworker über die notwendigen Kontakte und den Gesamtüberblick über die Jugendarbeit in der Stadt Breisach verfügt, soll dieser auch die Koordination der pädagogischen Jugendarbeit für die Stadt Breisach am Rhein übernehmen.

 

                  Nachdem  alle Fraktionen zugestimmt haben erfolgt folgender

 

                  Beschluss (einstimmig 26:0:0)

 

                  Der Gemeinderat der Stadt Breisach am Rhein stimmt der Erhöhung der bisherigen Straßensozialarbeit mit einer 0,75 Personalstelle auf eine 1,0 Personalstelle zu und beauftragt die Verwaltung, mit dem Caritasverband Breisgau-Hochschwarzwald eine entsprechende Vereinbarung abzuschließen.

 

TOP. 5)     KOMREG – Kommunales Flächenmanagement in der Region

-          mündlicher Sachstandsbericht

 

Dipl.-Ing. Stefan Baum stellt die Ergebnisse des Projektes KOMREG vor, an dem Breisach zusammen mit 9 weiteren Städten und Gemeinden teilgenommen haben.

 

Durch KOMREG, das 2006 begonnen und 2008 abgeschlossen wurde, soll der Flächenverbrauch begrenzt werden. Es wurde mit Mitteln des Bundesforschungsministeriums gefördert und unter anderem vom Freiburger Öko-Institut und der Hochschule Nürtingen-Geislingen wissenschaftlich begleitet. Teilgenommen haben Kommunen mit unterschiedlicher Größe und Einwohnerstruktur, neben Breisach unter anderem auch Freiburg und Umkirch.

 

In die Datenerhebung von KOMREG flossen auch die Prognosen zum demographischen Wandel ein. Derzeit seien 20 % der Breisacher 60 Jahre und älter. Damit ist die Stadt im Kreisvergleich recht jung. Im Jahr 2025 sind die meisten Bürger aber 65 Jahre und älter.

 

In dem Projekt wurden Baulücken und Brachflächen gezählt, eine Datenbank Zeit, wo eventuell Nachverdichtungen möglich sind. Die Daten werden den Kommunen als Katasterplan in Form eines geographischen Informationssystems zur Verfügung gestellt.

 

In Breisach und den Ortsteilen wurden 165 Baulücken ausgemacht mit einer Gesamtfläche von 23,5 Hektar. Rund die Hälfte davon befindet sich in der Kernstadt. Außerdem wurden 144 gering genutzte Flächen (insgesamt 44,4 Hektar) aufgelistet. Dazu zählt zum Beispiel das Gebiet „Läger-Immengärten“ in Gündlingen, wo derzeit eine Nachverdichtung geplant sei. Insgesamt haben Breisach und die Ortsteile ein Nachverdichtungspotenzial von 78 Hektar.

 

2006 gab es in der Stadt 5801 Wohneinheiten. Bis zum Jahr 2020 werden 845 und bis zum Jahr 2030 noch einmal 326 Wohneinheiten dazukommen. Allerdings sind schon jetzt 16,6 Hektar für eine Bebauung vorgesehen, das entspricht 552 Wohneinheiten. Teils handele es sich um wenig konkrete Planungen, wie zum Beispiel das Gebiet „Hochzeitsacker“, teils aber um konkrete Baugebiete wie „Vogesenstraße Nord“.

 

Bürgermeister Rein  betont, dass die Innenverdichtung der richtige Weg sei. Breisach habe, insbesondere mit dem Kasernenareal, aktivierbare Flächen und die Stadt habe auch Bedarf. Gleichzeitig sei es hilfreich zu wissen, dass auch der ein oder andere Hinterhof in der Innenstadt ggfls. als Baufläche genutzt werden könne.

 

Stadträtin Barbara Kuhn (SPD) befürchtet, dass jedes „Fitzelchen“ zugebaut wird. Man sollte aber kleine Oasen mit Bäumen in der Stadt erhalten.

 

Stadtrat Jörg Leber (CDU) vertritt die Meinung, dass Breisach in der glücklichen Lage sei, über viele Bauflächen zu verfügen. Er plädiert dafür, nicht alles zuzubauen, sondern die Entwicklung abzuwarten.

 

Stadtrat Andreas Fleig (CDU) fordert von der Verwaltung Zahlen darüber, wie viele Breisacher Firmen bislang von den Bauvorhaben der jüngsten Zeit profitiert haben.

 

Stadtrat Peter Bercher (CDU) schlägt vor, die Gewerbeflächen ebenfalls zu untersuchen.

 

Stadtrat Reiner Zimmermann mahnt an, bei der Nachverdichtung nicht die Zufriedenheit der Bürger und wirtschaftliche Belange außer Acht zu lassen. Ein Mittelzentrum müsse dafür sorgen, dass sich Gewerbe ansiedelt. Eine Brücke solle zwischen Flächenverbrauch und wirtschaftlicher Gestaltung geschlagen werden.

 

Stadtrat Anton Siegel (ULB) vertritt die Meinung, dass die Ausweisung von freien Flächen zur Bebauung auch im Hinblick auf den demografischen Wandel nicht mehr sinnvoll sei und fordert ein Umdenken.

 

Im Nachhinein erweise es sich als segensreich, dass Frankreich seine Kasernen in Breisach aufgelöst habe. So gebe es ein Flächenpotential mitten in der Stadt, erklärt Stadtrat Gerd Müller (ULB). Generell werde aber ein immer größerer Anteil der Flächen durch Verkehrswege verbraucht.

 

Bürgermeister Rein stellt fest, dass im Vergleich zu Ihringen, Vogtsburg und Merdingen die Bebauung in Breisach am stärksten verdichtet sei, bei den Verkehrsflächen sei sie für das Mittelzentrum allerdings unterdurchschnittlich. Gute Verkehrswege sind Motoren für die Wirtschaft, betont er.

 

Beschluss (einstimmig 27:0:0)

 

Der Gemeinderat nimmt Kenntnis vom Sachverstand.

 

TOP. 6)     Verschiedenes

 

                  Stadtrat Lothar Menges (SPD) regt an, den Handlauf am Münsterbergaufstieg „Bajakel“ durchgehend anzubringen.

 

                  Stadtrat Thomas Schäfer bittet um Prüfung der Verkehrssituation in der Salmengasse.

 

 

 

        

Schluss der Sitzung: 19.15  Uhr



 

                                                         Zur Beurkundung

 

 

          Gemeinderäte:                                                               Der Bürgermeister:

 

 

 

 

 

 

Die Protokollführe­rin:

 

 

 

 

E. Dizien-Richarz

 

 

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