Protokoll Nr. 01
über die öffentliche
Sitzung des Gemeinderats
am 18.01.2005 im
Bürgersaal
des Rathauses in
Breisach am Rhein
Teilnehmer:
Als Vorsitzender: Bürgermeister Vonarb
Die Stadträte: Baldus Stephanie
Bercher Peter
Binz Andreas
Dr. Breitenfeldt
Petra
Czemerys Günter
Fischer
Andreas
Fleig
Andreas
Dr.
Groh Rüdiger
Hintereck
Wendelin
Ingenhoven Willi
Jäger
Gerold
Jungel Bernd
Köbele Ruth
Kreutner Frank
Leber
Jörg
Mack Monika
Maier-Hänle, Ulrike
Menges
Lothar
Müller
Gerd
Schäfer
Thomas
Schneider
Werner
Siegel
Anton
Singler Andreas
Wiedensohler Imogen
Zimmermann
Reiner
Entschuldigt: Gnädinger Rudolf
Von der Verwaltung: Ortsvorsteher Bernhard
Kiefer
Ortsvorsteher
Walther Ziegler
Beigeordneter Oliver Rein
Stadtkämmerer
Konrad Schanno
Stadtbauoberrat
Horst Wolf
Stadtamtsrat
Harald Bitzenhofer (Protokoll)
Beginn der Sitzung: 18.30 Uhr
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TOP. 1) Frageviertelstunde
für Einwohner
Herr Lothar Neumann gab bekannt,
dass er von Bürgern bezüglich der Baumfällarbeiten in der Rheinuferstraße und
den damit verbundenen Verunreinigungen angesprochen worden ist. Bürgermeister
Vonarb berichtete, dass die Arbeiten demnächst abgeschlossen werden. Das
angefallene Kleinholz wird ordnungsgemäß durch einen Häcksler entsorgt werden.
TOP. 2) Bekanntgabe
der Beschlüsse der nichtöffentlichen Gemeinderatsitzung vom 18.02.2003
Beigeordneter Rein gibt gemäß § 35 Abs. 1 GemO
bekannt, dass der Gemeinderat in seiner nichtöffentlichen Sitzung vom
14.12.2004
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der unbefristeten Weiterbeschäftigung einer
Mitarbeiterin bei der INFOBEST,
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der Niederschlagung und dem Ersatz der Mietrückstände
bei der Unterbringung Obdachlosen an den Spitalfonds,
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dem Abschluss eines Kaufvertrages mit der
Oberfinanzdirektion Karlsruhe – Bundesvermögensabteilung Freiburg bezüglich des
Bereichs des Bebauungsplanes „Untere Gärten“
-
dem Erwerb der Gebäude 067, 068 und 069 im Bereich der
ehemaligen Vauban-Kaserne zur Unterbringung von
Behörden sowie
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der Verleihung der Bürgermedaille an die drei
ehemaligen Ortsvorsteher Hans Brommer, Gündlingen, Erhard Bucher,
Niederrimsingen und Rolf Großkopf, Oberrimsingen sowie der Ehrenmedaille der
Stadt an verdiente Bürgern: Gertrud Krischke, Lorenz
Federer, Eugen Lorenz, Martin Bucher, Gerlinde Bucher-Wünsch,
Gertrud Müller und Egbert Sennrich
zugestimmt hat.
TOP. 3) Planfeststellung für den Rückhalteraum
Kulturwehr Breisach
- Stellungnahme der Stadt Breisach als Trägerin
öffentlicher Belange
Bürgermeister Vonarb nahm Bezug auf die
Sitzungsvorlage. Ergänzend zur Stellungnahme der Stadt Breisach zum laufenden
Planfeststellungsverfahren in ihrer Eigenschaft als Grundstückseigentümerin ist
eine erneute Stellungnahme zu den bisherigen Einwendungen als Träger
öffentlicher Belange bis zum 18. Januar 2005 möglich. Die Stellungnahme wurde
von Rechtsanwalt Simon ausführlich ausgearbeitet und von der Verwaltung bereits
fristwahrend an das Landratsamt gesandt, wobei die Möglichkeit besteht weitere
Themen nachzureichen. Bürgermeister Vonarb stellt fest, dass bei den Behörden,
Landratsamt, Regierungspräsidium und Regionalverband, nach Einreichung der rund
7.500 Einwendungen im laufenden Planfeststellungsverfahren Bewegung zu verzeichnen
ist. Landrat Gläser nimmt das Verfahren sehr ernst und prüft derzeit Alternativen.
Das Bundesamt für Naturschutz hält die geplante Maßnahme für nicht umweltverträglich.
Die unterschiedliche Verfahrensweise auf deutscher und französischer Seite
führen zu Schwierigkeiten. Sollte das Planfeststellungsverfahren in Frankreich
abgelehnt werden, müsste in Frankreich wieder neu begonnen werden. In
Deutschland können im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens grundsätzlich
Argumente nachgeschoben werden. Bürgermeister Vonarb wird am 19.01.2005 mit
Wirtschaftsminister Pfister über das abgelehnte Raumordnungsverfahren ein
Gespräch führen, da diese Ablehnung ein
juristischer Mangel darstellt, welcher zu Verfahrensverzögerungen führen kann.
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Stadtrat Peter Bercher
führte aus, dass die CDU-Fraktion die Standortfrage Breisach in Fordergrund
stellen möchte. Er sieht erhebliche Nachteile für Breisach als Wohnort und
Wirtschaftsstandort. Aufgrund der geplanten Maßnahmen fehlt bei möglichen Investoren
das Vertrauen, Versicherungsfragen müssen ungelöst bleiben und führen zu
Investitionshemmnissen. Die Standortfrage ist vor allem durch die Zerstörung
der Naherholungsgebiete und der Sportanlagen erheblich gestört. Ebenso durch
die Gefährdung der Trinkwasserqualität. Unklar ist auch die Finanzierung der
Kosten die für Einsatzkräfte bei Flutungen entstehen. Die Zukunftsfähigkeit der
Stadt Breisach darf nicht geschmälert werden. Die CDU-Fraktion spricht sich
dafür aus, dass die Stadt Breisach für die hochwassergefährdeten Gebiete am
Niederrhein Hilfe leistet, wendet sich jedoch gegen die geplanten künstlichen
Flutungen. Die Arbeit der Bürgerinitiative ist weiterhin aktiv fortzusetzen und
zu unterstützen.
Stadtrat Lothar Menges führte aus, dass die
SPD-Fraktion der Stellungnahme zustimmt. Er wies insbesondere auf die starke
Belastung der Sedimente für das Trinkwasser im Rheinwald hin.
Stadtrat Dr. Rüdiger Groh
stimmt für die FDP/FWB-Fraktion ebenfalls der Stellungnahme zu. Auch seine
Fraktion sieht die Existenz von Breisach und der Region durch die geplanten
Maßnahmen als gefährdet an.
Stadträtin Dr. Petra Breitenfeldt erklärte auch für
die ULB-Fraktion die Zustimmung zur Stellungnahme.
Sie würde es begrüßen, wenn die Alternativplanung des Bundesamtes für
Naturschutz vorgelegt werden würde. Bürgermeister Vonarb berichtete von den
bisherigen Versuchen an diese Planung zu gelangen und versicherte seine Bemühungen
fortzusetzen.
Beschluss:
(einstimmig 25:0:0)
Der Gemeinderat stimmt der Stellungnahme der Stadt
Breisach als Trägerin öffentlicher Belange im Rahmen des
Planfeststellungsverfahrens für den Rückhalteraum Kulturwehr Breisach förmlich
zu.
TOP. 4) Informationen über die Einführung der
Ganztagesbetreuung an der Julius-Leber-Schule
In der Gemeinderatssitzung vom 14.12.2004 wurde der Gemeinderat darüber
informiert, dass die Gesamtlehrerkonferenz der Julius-Leber-Grund- und
Hauptschule am 16.11.2004 der Einführung des ganztägigen Betreuungsangebotes an
der Julius-Leber-Schule in Breisach nicht zugestimmt hat. Der Gemeinderat hat
dies mit Bedauern zur Kenntnis genommen, gleichzeitig aber an seinem Beschluss,
die Ganztagesbetreuung an der Julius-Leber-Grund- und Hauptschule einführen zu
wollen, festgehalten.
Beigeordneter Rein berichtete,
dass die Stadtverwaltung mit der Schulverwaltung und dem Oberschulamt Kontakt
aufgenommen hat, insbesondere um die Frage der Brennpunktschule zu klären.
Gemeinsam mit der Schulleitung wurde am 20.12.2004 ein Gespräch mit Herrn Fleig, Oberschulamt, geführt. Bei diesem Gespräch wurde das
pädagogische Konzept der Julius-Leber-Schule nochmals gemeinsam durchgegangen.
Auch bezüglich der Raumkonzeption gab Herr Fleig
nochmals Anregungen.
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4-
Bezüglich der Brennpunktschule
informierte Herr Fleig, dass die Liste mit den sog.
Brennpunktschulen abgeschlossen ist. Es gäbe lediglich die Möglichkeit auf
diese Liste zu kommen, wenn eine andere Schule aus dieser Liste heraus genommen
würde. Dabei würden dann Fragen wie Ausländeranteile etc. geprüft werden. Im
Vergleich mit anderen sog. Schwellenschulen sieht Herr Fleig
zur Zeit wenig Chancen für die Julius-Leber-Grund- und Hauptschule, da andere
Schulen größere Problemfelder diesbezüglich haben.
Gleichwohl wird die Stadt
Breisach einen Antrag auf Aufnahme in die Liste der Brennpunktschulen stellen.
Des weiteren berichtete Herr Fleig, dass derzeit ein Wettlauf um Fördergelder aus dem IZBB-Programm stattfinde. Die Chancen, nach dem 31. Januar
2005 noch Gelder aus dem IZBB-Programm zu bekommen,
sind äußerst gering. Herr Fleig hat deshalb bei dem
Termin angeboten, den Antrag der Stadt Breisach mit Eingangsdatum 20.12.2004
entgegenzunehmen. Er machte jedoch deutlich, dass bis zum 03.01.2005 die Zustimmung
der Gesamtlehrerkonferenz vorliegen müsse.
Die Gesamtlehrerkonferenz wurde deshalb von Herrn
Rektor Kopsan am 21.12.2004 erneut zum Thema Einführung der Ganztagesbetreuung
an der Julius-Leber-Grund- und Hauptschule einberufen. In dieser Sitzung wurde
zunächst das pädagogische Konzept zur Ganztagesschule von Herrn Kopsan und
Herrn Simunic vorgestellt und das Thema
Brennpunktschule abgehandelt. Der Beigeordnete machte für die Stadt Breisach
folgende Aussagen:
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Er informierte über das Ergebnis der Sitzung vom
14.12.2004.
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Es wurde deutlich nochmals die Zuständigkeit der Stadt
hervor gehoben. Die Stadt ist
zuständig für Raumausstattung und Investitionen.
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Die Stadt Breisach bekennt sich klar zur Verantwortung
für die Mittagsbetreuung entsprechendes Betreuungspersonal bereitzustellen.
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Die Hausaufgabenhilfe wird von der Stadt Breisach
organisiert und finanziert.
-
Das Betreuungsangebot am Nachmittag wird gemeinsam
zwischen Schule und Stadt konzipiert und abgestimmt. Zu beachten ist, dass ein
Teil des Betreuungsangebotes von Frau Erschens-Spanhak,
Schulsozialarbeiterin, abgedeckt wird.
Da ein Antrag, der später
als 31.01.2005 gestellt wird, keine Aussicht auf Bezuschussung hat, wurde durch
den Beigeordneten folgendes Angebot an das Lehrerkollegium gemacht:
Für den Fall, dass jetzt
der Einführung der Ganztagesbetreuung an der Julius-Leber- Grund- und Hauptschule
zugestimmt wird und für den Fall, dass die weitere Entwicklung im Frühjahr 2005
zu erkennen gibt, dass das Kollegium der Julius-Leber-Grund- und Hauptschule
die Einführung der Ganztagesbetreuung nicht verkraften kann, wird von der Stadt
Breisach die Zusage gegeben, den Antrag zurückzunehmen und nicht mehr weiter zu
verfolgen.
Die geheim durchgeführte
Abstimmung erbrachte mit 23 Nein-Stimmen und 4 Ja-Stimmen eine eindeutige Ablehnung durch
die Gesamtlehrerkonferenz. Da damit die zwingende Voraussetzung, nämlich die
Zustimmung der Gesamtlehrerkonferenz, nicht gegeben ist, kann der Antrag nicht
gestellt werden. Die Stadt Breisach wird deshalb
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den Antrag nicht stellen und das Thema Einführung der Ganztagesbetreuung an der
Julius-Leber-Grund- und Hauptschule auch nicht weiter verfolgen, da eine
Bezuschussung nicht mehr realistisch ist.
Rektor Kopsan wurde
gebeten, aus Sicht der Schule hierzu Stellung zu nehmen. Nach dessen
Ausführungen hat es sich hier um eine schwierige Entscheidung der Gesamtlehrerkonferenz
gehandelt. Die Schule ist derzeit durch eine schwierige Personalsituation
belastet. Langzeitkranke wurden nicht ersetzt, qualifizierte Lehrer sind auf
dem Arbeitsmarkt nicht zu finden. Das erarbeitete Konzept sowie die
Notwendigkeit einer Ganztagesschule wurde nicht in Frage gestellt. Bei derzeit
400 Vertretungsstunden und ständigen Stundenplananpassungen konnten sich die
Lehrer eine zusätzliche Belastung nicht vorstellen. Herr Kopsan zeigte sich
darüber enttäuscht, dass auch das Entgegenkommen des Schulträgers kein anderes
Ergebnis erbrachte. Dennoch muss dieser demokratische Prozess angenommen und
akzeptiert werden. Er hoffe, dass durch Änderungen, wie z.B. Anerkennung einer
Brennpunktschule, zu einem späteren Zeitpunkt die Ganztageschule wieder
thematisiert werden kann und will sich trotz fehlender Arbeitsgrundlagen auch
künftig hierfür und für das Wohl der Kinder einsetzen.
Stadträtin Monika Mack für die CDU-Fraktion unterstützte Herrn Kopsan in
dessen Ausführungen und wies nochmals auf die schwierige Situation des
Lehrerkollegiums hin.
Stadtrat Frank Kreutner für die SPD-Fraktion hält die Entscheidung der
Lehrerschaft für falsch und deprimierend für die Kinder. Er bedankte sich im
Namen seiner Fraktion bei der Verwaltung für deren Einsatz.
Stadtrat Dr. Rüdiger Groh bezeichnete es aus Sicht der FDP/FWB-Fraktion für wichtig,
dass das Konzept nicht verworfen worden ist. Als Ursache für dieses Ergebnis bezeichnete
er die falsche Schulpolitik des Landes. Ganztagesschulen müssen zu Regelschulen
werden. Die Gemeinden können dies jedoch nicht alleine erbringen.
Stadtrat Gerold Jäger sprach für die ULB-Fraktion die
Hoffnung aus, dass das Konzept für eine Ganztagesschule zu einem späteren
Zeitpunkt umgesetzt werden kann.
Beschluss (einstimmig 25:0:0)
Der Gemeinderat nimmt diese Informationen mit Bedauern zur Kenntnis.
TOP. 5) Straßenbenennung
Nachdem die Benennung des Platzes beim zukünftigen Behördenzentrum (FlSt.-Nr. 2755/97) in der Sitzung vom 09.11.2004
zurückgestellt worden ist, wurde dieser Sachverhalt von der Verwaltung erneut
aufgegriffen, da sich die Anfragen nach der offiziellen Bezeichnung der Gebäude
häufen. Die Bezeichnung „Europaplatz“ wurde durch Beschluss des Gemeinderats
vom 26.02.2002 zunächst für den Innenhof der ehemaligen französischen Kaserne (FlSt.-Nr. 2755/61) vorgesehen, jedoch auf Grund der damaligen
Reaktionen durch Gemeinderatsbeschluss vom 19.03.2004 wieder zurückgenommen und
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für eine weitere Entwicklung der Konversionsfläche
reserviert. Nach Ansicht von Bürgermeister Vonarb würde die Benennung des
Platzes beim Behördenzentrum in Europaplatz
dem Ansinnen des Gemeinderats gut entsprechen und wäre auch für das Behördenzentrum
sehr positiv. Er sieht auch in Zukunft keine andere Möglichkeit die Bezeichnung
„Europaplatz“ sinnvoll einzusetzen.
Sämtliche Fraktionen stimmten dem Vorschlag der Verwaltung zu. Eine entsprechende
Platzgestaltung wird durch das Tiefbauamt vorbereitet.
Beschluss (einstimmig 25:0:0)
Der Gemeinderat stimmt der zukünftigen Straßenbezeichnung für den Platz FlSt.-Nr. 2755/79 (Behördenzentrum) als „Europaplatz“ zu.
Schluss der Sitzung: 19.25 Uhr
Zur Beurkundung
Gemeinderäte: Der
Bürgermeister:
Der
Protokollführer: